Vorlauftemperatur Wärmepumpe: Welche Werte sind ideal?

EcoFlow

An einem Novembermorgen steht man im Heizungskeller und liest auf dem Display 48 °C ab. Ob das viel oder wenig ist, weiß kaum jemand, und doch gehört genau diese Zahl zu den wichtigsten Stellgrößen der ganzen Anlage. Die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe entscheidet darüber, wie viel Strom das Gerät für dieselbe Wärmemenge braucht, und jedes Grad weniger senkt den Verbrauch spürbar. Wer die Kosten zusätzlich über die Stromquelle drückt, etwa mit einem Balkonkraftwerk mit Speicher, spart an zwei Stellen.

Balkonkraftwerk in einem Einfamilienhaus

Was bedeutet die Vorlauftemperatur bei der Wärmepumpe?

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, mit dem die Wärmepumpe Heizkörper oder Fußbodenheizung versorgt. Das Wasser verlässt das Gerät mit diesem Wert, gibt seine Wärme im Haus ab und kehrt abgekühlt als Rücklauf zurück. Die Differenz zwischen beiden Werten heißt Spreizung.

Für den Stromverbrauch zählt vor allem der Abstand zwischen Wärmequelle und Heizwasser. Je höher die Vorlauftemperatur bei der Wärmepumpe, desto mehr Strom braucht das Gerät pro erzeugter Kilowattstunde Wärme, und die Leistungszahl sinkt.

Mit der Raumtemperatur hat der Wert nichts zu tun, denn sie liegt meist bei 20-22 °C. Auch die Warmwassertemperatur ist eine eigene Größe, weil das Trinkwasser im Speicher heißer wird als das Heizwasser. Spricht jemand von der Temperatur der Wärmepumpe, ist im Heizalltag meist die Vorlauftemperatur gemeint.

Welche Vorlauftemperatur bei Wärmepumpe ist ideal?

Auf die Frage, welche Vorlauftemperatur bei der Wärmepumpe sinnvoll ist, lautet die kurze Antwort so niedrig wie möglich. Als Orientierung nennt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz eine Grenze von 55 °C, die ganzjährig nicht überschritten werden sollte, und fügt hinzu, dass weniger besser ist.

Einen Wert, der für alle Häuser gilt, gibt es nicht. Die ideale Vorlauftemperatur der Wärmepumpe ergibt sich aus den Heizflächen und dem Dämmstandard des Gebäudes.

Richtwerte nach Heizsystem und Dämmstandard

Je größer die Heizfläche und je besser die Dämmung, desto niedriger darf das Heizwasser sein.

Heizsystem

Richtwert Vorlauf

Einordnung

Fußbodenheizung

ca. 28-35 °C

Bei guter Dämmung am unteren Ende, bei schlechter eher oben

Wärmepumpen-Heizkörper

ca. 35-45 °C

Große Heizfläche, passt zu gut gedämmten Häusern

Moderne Heizkörper

ca. 45-55 °C

Reicht bei mittlerem Dämmstandard

Alte Heizkörper

ca. 55-75 °C

Bei schlechter Dämmung oft nötig, aber ungünstig für die Effizienz

Diese Richtwerte hängen von Gebäude und Heizflächen ab, und die genauen Werte leitet man am besten aus der Heizlastberechnung ab.

Wärmepumpe im Altbau: Was der 55-Grad-Test zeigt

Beim 55-Grad-Test berechnet man für jeden Raum die nötige Heizleistung und vergleicht sie mit der Leistung der vorhandenen Heizkörper bei 55 °C Vorlauftemperatur, wie es die Verbraucherzentrale beschreibt. Ältere Heizkörper sind häufig größer dimensioniert als nötig und kommen deshalb oft mit niedrigeren Temperaturen aus, und nach einer Dämmung sinkt der Bedarf weiter. Fehlt in einem Raum Leistung, genügt meist der Austausch einzelner Heizkörper gegen größere Modelle.

Wie Wärmepumpen im Gebäudebestand tatsächlich laufen, untersucht das Fraunhofer ISE im Projekt WP im Bestand als breit angelegte Feldstudie.

Maximale Vorlauftemperatur der Wärmepumpe: Was geht?

Standardgeräte arbeiten dauerhaft bis etwa 55-60 °C. Bei Hochtemperatur-Modellen liegt die maximale Vorlauftemperatur der Wärmepumpe laut Herstellerangaben bei 70-75 °C, wenn auch auf Kosten der Effizienz. Auch die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass einige Geräte bis zu 70 Grad schaffen und das immer zu Lasten der Effizienz geht.

Eine Wärmepumpe mit 70 Grad Vorlauftemperatur kommt vor allem im unsanierten Altbau mit kleinen Heizkörpern in Betracht. Bevor man diesen Weg wählt, sollten Heizkörper, Dämmung und Heizkurve geprüft werden, denn oft lässt sich die nötige Temperatur deutlich senken.

Beim Warmwasser gelten eigene Regeln, denn das Umweltbundesamt nennt Warmwasserspeicher, die mit weniger als 60 °C betrieben werden, als mögliche Quelle für Legionellen, die sich zwischen 20 und 55 °C vermehren können. Die Warmwasserbereitung zählt damit zu den Hochtemperaturphasen der Anlage.

Herstellerangaben und Normen können sich ändern, daher sollte man aktuelle Werte beim Gerätehersteller prüfen.

Wärmepumpen Vorlauftemperatur: So steigt der Stromverbrauch

Bei der Vorlauftemperatur von Wärmepumpen zählt jedes Grad. Als Faustregel gilt laut Verbraucherzentrale, dass jedes Grad weniger die Wärmepumpe 2-3 Prozent effizienter macht. Das Rechenbeispiel setzt vorsichtig 2 Prozent an.

Rechenbeispiel: Stromverbrauch bei 35 bis 55 Grad

Das Beispiel geht von einem Einfamilienhaus aus, dessen Wärmepumpe bei 55 °C Vorlauftemperatur 4.000 kWh Strom im Jahr verbraucht. Je Grad weniger sinkt der Verbrauch um 2 Prozent, jeweils bezogen auf den Vorwert, und der Wärmepumpenstrom kostet 30 ct/kWh.

Bei fünf Grad weniger fällt der Verbrauch auf rund 3.620 kWh, bei 20 Grad weniger auf etwa 2.670 kWh.

Vorlauftemperatur

Stromverbrauch pro Jahr

Stromkosten pro Jahr

55 °C

4.000 kWh

1.200 €

50 °C

ca. 3.620 kWh

ca. 1.085 €

45 °C

ca. 3.270 kWh

ca. 980 €

40 °C

ca. 2.950 kWh

ca. 886 €

35 °C

ca. 2.670 kWh

ca. 801 €

20 Grad weniger Vorlauftemperatur sparen in diesem Beispiel rund 1.330 kWh oder etwa 400 € im Jahr. Von 55 auf 35 °C kommt man jedoch nur mit großen Heizflächen. Bei vorhandenen Heizkörpern sind eher 5-10 Grad realistisch, und auch das bringt mit rund 730 kWh und etwa 220 € bei 10 Grad einen spürbaren Betrag.

Es handelt sich um eine Beispielrechnung mit Annahmen. Der tatsächliche Verbrauch und der Strompreis hängen vom Einzelfall ab.

Welche Faktoren die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe bestimmen

Die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe ist kein fester Wert. Sie ergibt sich laufend aus Heizlast, Heizflächen und Außentemperatur.

Große Flächen wie eine Fußbodenheizung geben ihre Wärme schon bei niedriger Temperatur ab. Laut Verbraucherzentrale kann die Heizwassertemperatur umso niedriger sein, je größer die Heizfläche ist. Ein gut gedämmtes Haus mit dichten Fenstern verliert zudem weniger Wärme und braucht daher weniger Heizleistung.

An kalten Tagen steigt die Heizlast, und die Heizkurve ordnet jeder Außentemperatur eine passende Vorlauftemperatur zu. Je kälter es draußen ist, desto höher fällt der Wert aus.

Hinzu kommt die Hydraulik. Ohne hydraulischen Abgleich werden nahe Heizkörper überversorgt und entfernte unterversorgt, und häufig reagiert man darauf mit mehr Pumpenleistung oder einer höheren Vorlauftemperatur. Der Komfort steigt dadurch nicht, der Verbrauch aber schon. Die Warmwasserbereitung verlangt zeitweise ohnehin höhere Temperaturen.

Vorlauftemperatur der Wärmepumpe prüfen und richtig einstellen

Werkseinstellungen sind nicht auf jedes Haus abgestimmt, deshalb lohnt der Blick auf die Heizkurve und die tatsächliche Vorlauftemperatur am Display. Änderungen nimmt man immer in kleinen Schritten und nach den Herstellerangaben vor.

Heizkurve anpassen: Schritt für Schritt

Zuerst notiert man die aktuelle Einstellung und die Außentemperatur. Dann senkt man die Heizkurve in kleinen Schritten ab und beobachtet einige Tage, ob alle Räume warm genug bleiben. Eine flachere Kurve ist meist effizienter, bei schlecht gedämmten Gebäuden braucht es dagegen eine steilere.

Bei der Nachtabsenkung ist Vorsicht geboten. Das Wiederaufheizen am Morgen verlangt höhere Temperaturen und kann den Spareffekt wieder aufzehren.

Hydraulischer Abgleich und Heizkörper als Hebel

Der hydraulische Abgleich sorgt für einen gleichmäßigen Durchfluss, sodass jeder Heizkörper die passende Wärmemenge erhält und die Vorlauftemperatur sinken kann. Dazu wird laut Verbraucherzentrale der maximale Durchfluss je Heizkörper berechnet und an den voreinstellbaren Thermostatventilen eingestellt. Steht ein Heizkörpertausch an, kommen größere Modelle oder Niedertemperaturheizkörper in Frage, die mit geringeren Heizwassertemperaturen auskommen.

Stromverbrauch der Wärmepumpe senken: Weitere Hebel

Neben der Vorlauftemperatur beeinflussen weitere Faktoren die Stromrechnung. Anbieter bieten eigene Wärmepumpen-Stromtarife an, die günstiger sein können als der normale Haushaltsstrom, daher lohnt sich der Vergleich.

Die Raumtemperatur hält man moderat bei etwa 20-22 °C. Bei Luftwärmepumpen sorgen regelmäßige Wartung und eine freie Luftführung dafür, dass das Gerät nicht gegen Hindernisse arbeitet, und das Warmwasser erhitzt man nur so hoch, wie es die Hygienevorgaben erlauben. Dämmung und Fenstertausch senken außerdem den Wärmebedarf und damit die nötige Vorlauftemperatur.

Wärmepumpe mit Solarstrom und Speicher betreiben

Wer den Stromverbrauch der Wärmepumpe nicht nur über die Vorlauftemperatur, sondern auch über die Stromquelle senkt, spart doppelt. Im Hochwinter liefert Photovoltaik nur wenig. Den größten Nutzen bringt Solarstrom in der Übergangszeit, an sonnigen Wintertagen und für die Warmwasserbereitung am Mittag. EcoFlow bietet Heimspeicher an, deren Kapazität sich je nach Bedarf erweitern lässt.

Warum sich ein Speicher für die Wärmepumpe lohnt

Ohne Speicher wird der Solarstrom vom Mittag günstig eingespeist, und abends oder morgens kauft man ihn teuer zu, wenn die Wärmepumpe läuft. Ein Speicher hebt den Mittagsüberschuss auf und gibt ihn zeitversetzt wieder ab. Das Warmwasser mit seiner hohen Temperatur lässt sich mittags mit Solarüberschuss erzeugen, während der Heizbetrieb mit niedriger Vorlauftemperatur effizient über den Speicher weiterläuft.

Ein Speicher ersetzt die Heizung nicht. Er verschiebt nur Strom vom Mittag in die Randstunden. Beim effizienten Heizen mit Strom entscheidet am Ende, welcher Anteil davon aus der eigenen Anlage stammt.

STREAM 5000 und STREAM AC 5000 im Heizbetrieb

Ein Tagesbeispiel aus der Übergangszeit zeigt die Größenordnung. Bei 15 kWh Wärmebedarf pro Tag und einer Leistungszahl von 4,2 bei 40 °C Vorlauftemperatur braucht die Wärmepumpe rund 3,6 kWh Strom. Bei 60 °C und einer Leistungszahl von 2,8 sind es rund 5,4 kWh. Beides sind Beispielwerte und keine Herstellerangaben.

Wer Solaranlage und Speicher erstmals zusammen plant, etwa im Neubau oder beim Heizungstausch, findet im STREAM 5000 von EcoFlow beides in einem Gerät. Er nimmt bis zu 5.000 W Solarleistung auf und speichert 5,024 kWh, erweiterbar bis 90 kWh, und die Solarmodule kommen separat dazu. Der Tagesbedarf von rund 3,6 kWh bei niedriger Vorlauftemperatur füllt davon rechnerisch etwa 70 Prozent, und die übrigen gut 1,4 kWh stehen für den Abend bereit. Das Gerät wiegt 45,4 kg.

STREAM 5000
Speicherkapazität: 5.024 Wh, erweiterbar bis auf 90 kWh PV-Eingangsleistung 5.000 W AC-Ausgangsleistung netzunabhängig 3.000 W AC-Ausgangsleistung netzgekoppelt 800-3.000 W Unterstützt einen breiten Betriebstemperaturbereich von -20 °C bis 55 °C Bis zu 10.000 Lade- und Entladezyklen Gewicht 45,4 kg

Hängt bereits eine PV-Anlage ohne Speicher auf dem Dach, übernimmt der STREAM AC 5000 die Nachrüstung mit minimaler Installation. Auch er speichert 5,024 kWh und lässt sich bis 90 kWh erweitern. Der höhere Tagesbedarf von rund 5,4 kWh bei 60 °C Vorlauftemperatur übersteigt diese Kapazität knapp, und hier bietet sich eine weitere Einheit zur Erweiterung an. Der Wechselstromausgang liefert netzunabhängig 3.000 W und netzgekoppelt 800-3.000 W, und mit 44,6 kg wiegt das Gerät etwa so viel wie zwei Standard-Mikrowellen.

STREAM AC 5000
Speicherkapazität: ca. 5024 Wh, erweiterbar bis auf 90.000 Wh AC-Ausgangsleistung netzunabhängig 3.000 W AC-Ausgangsleistung netzgekoppelt 800-3.000 W Gewicht 44,6 kg (Entspricht ungefähr dem Gewicht von zwei Standard-Mikrowellen.) Lässt sich als Erweiterungsspeicher nahtlos in bestehende PV-Systeme integrieren. Ladezyklen: 10.000

Beide Speicher arbeiten bei Temperaturen von -20 °C bis 55 °C, schaffen bis zu 10.000 Lade- und Entladezyklen und kommen mit 10 Jahren Garantie. Per App behält man den Füllstand im Blick.

Fazit: Die ideale Vorlauftemperatur der Wärmepumpe

Die ideale Vorlauftemperatur der Wärmepumpe ist die niedrigste, bei der alle Räume warm werden. Das sind etwa 35 °C bei Fußbodenheizung und höchstens 55 °C bei Heizkörpern. Wer die Heizkurve um wenige Grad absenkt, spart je Grad rund 2 Prozent Strom, und Solarstrom mit Speicher drückt die Kosten weiter.

Den ersten Schritt kann man schon heute gehen, indem man die aktuelle Heizkurve notiert und um ein bis zwei Grad absenkt. Nach einer Woche zeigt sich, ob das Haus noch mehr Spielraum hat.

FAQ

Welche Vorlauftemperatur ist bei Wärmepumpen normal?

Bei Fußbodenheizungen sind etwa 28-35 °C üblich, bei Heizkörpern 35-55 °C. Wie hoch die Vorlauftemperatur von Wärmepumpen im Einzelfall ausfällt, hängt vom Dämmstandard und den Heizflächen ab, und als Obergrenze gelten ganzjährig 55 °C.

Wie hoch ist die maximale Vorlauftemperatur einer Wärmepumpe?

Standardgeräte arbeiten dauerhaft bis etwa 55-60 °C, Hochtemperatur-Wärmepumpen erreichen laut Herstellerangaben 70-75 °C. Die höhere Temperatur geht dabei zulasten der Effizienz.

Wie viel Strom spart jedes Grad weniger Vorlauftemperatur?

Laut Verbraucherzentrale macht jedes Grad weniger die Wärmepumpe 2-3 Prozent effizienter. Bei 4.000 kWh Jahresstrom sind 2 Prozent rund 80 kWh, bei 30 ct/kWh also etwa 24 € für das erste Grad. Wer den Strom zusätzlich aus eigener Erzeugung deckt, kann ihn mit einem Speicher von EcoFlow in die Abendstunden verschieben.


Funktioniert eine Wärmepumpe mit 70 Grad Vorlauftemperatur im Altbau?

Technisch ja, denn Hochtemperatur-Wärmepumpen erreichen 70 Grad. Der Betrieb kostet jedoch Effizienz, und man sollte vorher Heizkörper, Dämmung und Heizkurve prüfen, denn oft reichen nach einer Optimierung deutlich niedrigere Werte.


Kann man die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe selbst einstellen?

Ja, die Heizkurve lässt sich meist am Regler oder in der App des Herstellers anpassen. Man geht in kleinen Schritten vor, beobachtet einige Tage und hält sich an die Herstellerangaben.

Kann man eine Wärmepumpe mit Solarstrom und Speicher betreiben?

Ja. Im Hochwinter liefert die Anlage wenig, in der Übergangszeit und für das Warmwasser am Mittag aber ausreichend Strom. Speicher von EcoFlow mit 5,024 kWh, erweiterbar bis 90 kWh, nehmen den Mittagsüberschuss auf und stellen ihn zeitversetzt zur Verfügung.

Batteriespeicher