Mobile Wärmepumpe: Kosten, Einsatz und Stromversorgung
- Was ist eine mobile Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
- Funktionsprinzip und Jahresarbeitszahl
- Technische Merkmale: Effizienz, Heizleistung und Grenzen
- Mobile Wärmepumpe zum Heizen: Wo sie sinnvoll ist
- Kosten einer mobilen Wärmepumpe: Kauf und Betrieb
- Mobile Wärmepumpe mieten oder kaufen?
- Lohnt sich eine mobile Wärmepumpe für Camper?
- Stromversorgung beim Camping: Landstrom oder Powerstation
- Fazit: Wann lohnt sich eine mobile Wärmepumpe?
- FAQ
Wer nur zeitweise heizen muss, im Wohnmobil, in einer Werkstatt oder auf der Baustelle, sucht eine flexible Lösung ohne feste Installation. Eine mobile Wärmepumpe verspricht genau das, denn sie wandelt mit Strom Umgebungswärme in Heizwärme um und lässt sich bei Bedarf umstellen. Der Begriff umfasst allerdings sehr unterschiedliche Geräte, von der Steckdosen-Wärmepumpe für einen Raum bis zur gemieteten Heizzentrale für Hallen. Mobile Wärmepumpen ersetzen eine Zentralheizung nicht.
Von Funktionsprinzip und Bauarten über Effizienz, Einsatzgebiete und Kosten bis zur Frage nach Miete oder Kauf reicht der Weg, dazu kommen das Camping und die Stromversorgung über den Campingplatz oder eine Powerstation.

Was ist eine mobile Wärmepumpe und wie funktioniert sie?
Eine mobile Wärmepumpe ist ein transportables Gerät, das Wärme aus der Außenluft nutzt und ohne feste Installation zeitweise heizt. Eine Wärmepumpe mobil einzusetzen heißt, bei Leistung und Reichweite Kompromisse einzugehen, dafür entfällt der Umbau am Haus. Die Spanne reicht von kleinen Geräten an der Steckdose bis zur mobilen Wärmepumpenheizung für Hallen.
Funktionsprinzip und Jahresarbeitszahl
Eine Wärmepumpe entzieht laut Verbraucherzentrale der Umgebung Wärme und hebt sie mit Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau. Aus etwa 1 Kilowattstunde Strom entstehen so 3 bis 5 Kilowattstunden Wärme. Eine Jahresarbeitszahl von 4 bedeutet entsprechend 4 Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde Strom, ab etwa 3 gilt eine Wärmepumpe als effizient. Bei mobilen Geräten spricht man häufig von der Leistungszahl, die nur einen Betriebspunkt beschreibt und mit der Außentemperatur schwankt, als Rechenwert taugt sie trotzdem.
Bauarten im Überblick
Hinter dem Begriff stecken vier verschiedene Gerätetypen. Mobile Split-Geräte werden laut Verbraucherzentrale mit geschlossenem Kältemittelkreis geliefert und kommen ohne dauerhaften Wanddurchbruch aus, viele bieten zusätzlich eine Heizfunktion.
Mobile Wärmepumpen und verwandte Geräte
Bauart | Funktion | Typischer Einsatz |
Mobiles Monoblock-Klimagerät | Abluftschlauch ins Freie, läuft an der Steckdose | vor allem Kühlen, Heizfunktion nur bei einzelnen Geräten |
Mobiles Split-Gerät | Außeneinheit mit vorbefüllten Leitungen, ohne Wanddurchbruch selbst aufstellbar | einzelner Raum, Camping |
Mobile Miet-Heizzentrale | Luft-Wasser oder Luft-Luft, Außenaufstellung | Baustelle, Halle, Notheizung |
Fest installierte Luft-Wasser-Wärmepumpe | versorgt die Zentralheizung | Heizungsersatz, BEG-förderfähig bei Eintrag in der BAFA-Liste |
Die BEG-Förderung gilt für fest installierte Anlagen, die in der BAFA-Liste stehen. Bei mobilen Steckdosen-Geräten ist keine Förderung zu erwarten, im Zweifel prüft man die Liste und die Hinweise zu KfW 458.
Technische Merkmale: Effizienz, Heizleistung und Grenzen
Wie sparsam eine mobile Wärmepumpenheizung arbeitet, zeigt der Preis je Kilowattstunde Wärme, und der ergibt sich aus Strompreis geteilt durch Leistungszahl. Angenommen werden Strom mit 37,97 Cent je Kilowattstunde und Gas mit 11,58 Cent bei 90 Prozent Nutzungsgrad, beides Durchschnittswerte des Statistischen Bundesamts für das erste Halbjahr 2026.
Kosten pro kWh Wärme
Heizquelle | Leistungszahl | Kosten pro kWh Wärme |
Heizlüfter | 1,0 | 38,0 ct |
Mobile Wärmepumpe | 2,0 | 19,0 ct |
Mobile Wärmepumpe | 3,0 | 12,7 ct |
Mobile Wärmepumpe | 4,0 | 9,5 ct |
Gasheizung | Nutzungsgrad 90 % | 12,9 ct |
In der Praxis sinkt die Leistungszahl bei Kälte und beim Abtauen. Die Stiftung Warentest prüfte mobile Split-Geräte im Heizbetrieb nur bei Außentemperaturen ab plus 2 Grad und weist darauf hin, dass sich Herstellerangaben auf 27 Grad Innentemperatur beziehen, in den eigenen Tests müssen 24 Grad erreicht werden.
Monoblock-Geräte waren nach den Berechnungen der Stiftung Warentest bis zu siebenmal weniger effizient als fest installierte Klimageräte. Deshalb lohnt der Blick auf Energielabel und Heizleistung des konkreten Geräts. Der Abluftschlauch sollte kurz und knickfrei verlaufen und niemals in Schornstein, Kamin oder Lüftungsschacht münden.
Mobile Wärmepumpe zum Heizen: Wo sie sinnvoll ist
Eine mobile Wärmepumpe zum Heizen lohnt sich dort, wo der Wärmebedarf klein oder zeitlich begrenzt ist. Je milder die Außentemperatur, desto besser arbeitet sie, im tiefen Frost bricht die Leistungszahl ein. Drei Einsatzfelder stehen im Vordergrund.
Temporäre Wärme in der Wohnung
Ein mobiles Split-Gerät erwärmt einen einzelnen Raum und braucht keine Bohrung. Die Zustimmung des Vermieters ist nur nötig, wenn die Außeneinheit fest an Fassade oder Balkon montiert wird. Das Gerät ergänzt die Heizung, ersetzt sie aber nicht, und spielt seine Stärken vor allem in Übergangszeiten mit milden Außentemperaturen aus.
Wohnmobil und Campingplatz
Für kleine Räume reicht eine geringe Heizleistung. Ob es klappt, hängt am Strombedarf und an der Absicherung des Stellplatzes, denn die Wärmepumpe läuft über viele Stunden und nicht nur kurz.
Baustelle, Werkstatt und Halle
Gewerbliche Mietgeräte leisten deutlich mehr. Die elektrische Anschlussleistung entspricht ungefähr der Heizleistung geteilt durch die Leistungszahl, bei 20 kW Heizleistung und einer Leistungszahl von 3 sind das etwa 6,7 kW. Dafür braucht es Baustrom, eine Powerstation kommt hier nur für sehr kleine Geräte in Frage.
Kosten einer mobilen Wärmepumpe: Kauf und Betrieb
Für mobile Wärmepumpen gibt es keine verlässlichen Preise aus offiziellen Quellen, deshalb folgen keine Preisspannen. Energielabel, Heizleistung und konkrete Angebote liefern die belastbare Grundlage. Die Betriebskosten lassen sich dagegen berechnen, nämlich als Wärmebedarf geteilt durch Leistungszahl mal Strompreis.
Bei 10 Kilowattstunden Wärme pro Tag und einer Leistungszahl von 3 sind das 3,3 Kilowattstunden Strom und bei 37,97 Cent rund 1,27 Euro am Tag.
Betriebskosten für 10 kWh Wärme pro Tag
Leistungszahl | Strombedarf | Kosten bei 37,97 ct/kWh |
2,0 | 5,0 kWh | 1,90 € |
3,0 | 3,3 kWh | 1,27 € |
4,0 | 2,5 kWh | 0,95 € |
Strompreise ändern sich, deshalb sollte man aktuelle Tarife prüfen.
Mobile Wärmepumpe mieten oder kaufen?
Mieten kommt vor allem bei zeitlich begrenztem Bedarf in Frage, etwa für den Testbetrieb vor einer festen Anlage, als Notheizung, auf der Baustelle oder bei einer Veranstaltung. Die Miete ermittelt man über konkrete Angebote, Preise für mobile Wärmepumpen schwanken je nach Leistung und Anbieter.
Ab wann sich Mieten lohnt
Der Break-even in Tagen ergibt sich aus Kaufpreis geteilt durch Tagesmiete. Die Werte sind Rasterwerte und keine Preisangaben.
Break-even in Tagen
Kaufpreis | Tagesmiete 10 € | Tagesmiete 20 € | Tagesmiete 30 € |
500 € | 50 Tage | 25 Tage | 17 Tage |
1.000 € | 100 Tage | 50 Tage | 33 Tage |
1.500 € | 150 Tage | 75 Tage | 50 Tage |
Betriebskosten fallen in beiden Fällen an. Beim Kauf spielen zusätzlich Lagerung, Wartung und Wiederverkaufswert eine Rolle.
Worauf bei Mietgeräten zu achten ist
Wichtig sind Heizleistung und elektrische Anschlussleistung, ein geeigneter Aufstellort im Freien sowie bei Luft-Wasser-Geräten Vorlauftemperatur und Anschluss an das Heizsystem. Hinzu kommen Lieferzeit und Abholung.
Lohnt sich eine mobile Wärmepumpe für Camper?
Nur mit ausreichender Stromversorgung und milden Temperaturen. Im tiefen Winter bleibt eine Gas- oder Dieselheizung meist die robustere Lösung, das ist eine fachliche Einordnung und keine Garantie.
Angenommen werden ein Wohnmobil mit durchschnittlich 1,0 kW Wärmebedarf über 8 Nachtstunden und eine Leistungszahl von 2,5 bei kühlen Nächten. Daraus ergeben sich 8 Kilowattstunden Wärme, 3,2 Kilowattstunden Strom pro Nacht und bei 37,97 Cent rund 1,22 Euro, die mittlere elektrische Leistung liegt bei 400 W.
Strombedarf je Nacht bei unterschiedlicher Leistungszahl
Leistungszahl | Mittlere Leistung | Strom pro Nacht | Kosten |
2,0 | 500 W | 4,0 kWh | 1,52 € |
2,5 | 400 W | 3,2 kWh | 1,22 € |
3,0 | 333 W | 2,7 kWh | 1,01 € |
Anlaufstrom und Spitzenleistung sollte man im Datenblatt des Geräts prüfen, die Annahmen sind Modellwerte.
Stromversorgung beim Camping: Landstrom oder Powerstation
Für den Betrieb einer kleinen mobilen Wärmepumpe gibt es zwei Wege, den Anschluss am Platz oder eine eigene Batterie. Anbieter wie EcoFlow haben für den zweiten Weg tragbare Speicher im Programm. Welcher Weg trägt, zeigt erst der Blick auf Absicherung und Laufzeit.
Campingplatz-Anschluss und Absicherung
Der Stellplatz-Anschluss ist nur begrenzt abgesichert. Man prüft deshalb die Leistungsaufnahme des Geräts und die Absicherung des Bordnetzes und fragt die verfügbare Leistung beim Platzbetreiber an. Mehr zu den Möglichkeiten steht im Beitrag zu Camping Strom.
Landstrom ist die verlässlichste Quelle für längeres Heizen, abgerechnet wird nach den Regeln des Platzbetreibers. Im Beispiel von 3,2 Kilowattstunden pro Nacht bleibt der Verbrauch überschaubar. Für die kalte Jahreszeit lohnt außerdem ein Blick auf Wintercamping im Wohnmobil.
Mit der Powerstation unabhängig heizen
Die Laufzeit ergibt sich aus der nutzbaren Energie geteilt durch die mittlere Leistung. Als nutzbar gelten 90 Prozent der Kapazität, das ist eine Annahme für die Wandlungsverluste. Die Solarladung muss man ehrlich einordnen, denn im Winter liefern Panels nur einen Bruchteil des Sommerertrags. Den Tagesertrag am eigenen Standort bestimmt man mit dem PVGIS-Rechner der EU-Kommission.
Die Rasterwerte zeigen, wie lange das Nachladen der 3,2 Kilowattstunden einer Nacht dauert.
Tage bis zur Wiederaufladung von 3,2 kWh
Panelleistung und Winterertrag pro Tag | Tage bis zur Wiederaufladung |
400 W (Ertrag 0,4 / 0,8 / 1,2 kWh) | 8,0 / 4,0 / 2,7 Tage |
800 W (Ertrag 0,8 / 1,6 / 2,4 kWh) | 4,0 / 2,0 / 1,3 Tage |
Eine Powerstation eignet sich damit als Reserve, für kurze Aufenthalte und die Übergangszeit. Im Winter braucht es Landstrom oder eine zweite Ladequelle.
EcoFlow DELTA Systeme für die mobile Wärmepumpe
Für den Betrieb einer kleinen Wärmepumpe unterwegs bietet EcoFlow die DELTA Serie, die sich je nach Heizdauer unterschiedlich auslegen lässt.
Der DELTA Pro 3 mit einem 400-W-Solarpanel speichert 4.096 Wh in LiFePO4-Zellen und liefert am Wechselstromausgang 4.000 W Dauerleistung, mit X-Boost bis 6.000 W. Der Solareingang nimmt bis 2.600 W über zwei Anschlüsse auf, die Zellen sind für 4.000 Zyklen bis 80 Prozent Restkapazität ausgelegt, die Garantie läuft 5 Jahre, das Gewicht beträgt 51,5 kg. Im Beispiel mit 400 W mittlerer Leistung ergibt 4.096 Wh × 0,9 ÷ 400 W rund 9,2 Stunden Betrieb, also etwas mehr als eine Nacht. Das eine Panel lädt die Nachtmenge von 3,2 Kilowattstunden an einem Wintertag mit 0,8 Kilowattstunden Ertrag in etwa 4 Tagen nach.
Steht eher eine kürzere Heizphase an, passt der DELTA 3 Max Plus mit 2 x 400 W Solarpanel. Er fasst 2.048 Wh, liefert 3.000 W Dauerleistung am Wechselstromausgang, mit X-Boost bis 3.900 W, und nimmt bis 1.000 W Solarleistung (2 x 500 W) auf. Er wiegt rund 22,1 kg, die Garantie beträgt 3+2 Jahre. Die beiden bifazialen Panels leisten je 400 W, wiegen rund 10,2 kg, messen entfaltet 2.509 x 967 mm und haben Schutzart IP68. Hier ergeben 2.048 Wh × 0,9 ÷ 400 W rund 4,6 Stunden Betrieb, geeignet für kürzere Heizphasen oder als Ergänzung zum Landstrom.
Fazit: Wann lohnt sich eine mobile Wärmepumpe?
Für einzelne Räume, Übergangszeiten und zeitlich begrenzte Einsätze lohnt sich eine mobile Wärmepumpe, als Heizungsersatz nicht. Ausschlaggebend ist die Leistungszahl, die bei Kälte sinkt, denn von ihr hängt ab, ob die Rechnung gegenüber Gas oder Heizlüfter aufgeht.
Konkret heißt das, Leistungszahl und Heizleistung zu prüfen, bei kurzem Bedarf die Miete durchzurechnen und beim Camping zuerst Stromquelle und Absicherung zu klären.
Rechtlicher Hinweis: Preise und Förderbedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die Angaben der Hersteller sowie von KfW und BAFA, aktuelle Informationen stehen unter kfw.de/458.
FAQ
Was ist eine mobile Wärmepumpe?
Ein transportables Gerät, das mit Strom Wärme aus der Außenluft nutzt und ohne feste Installation zeitweise heizt. Der Begriff umfasst Steckdosen-Geräte für einen Raum ebenso wie gemietete Heizzentralen für Hallen.
Kann man mit einer mobilen Wärmepumpe eine Wohnung heizen?
Als Ergänzung zur Heizung für einen einzelnen Raum, vor allem in Übergangszeiten. Eine Zentralheizung ersetzt sie nicht, und bei Frost sinkt die Leistungszahl.
Wie viel Strom verbraucht eine mobile Wärmepumpe?
Bei 10 Kilowattstunden Wärme pro Tag und einer Leistungszahl von 3 sind es etwa 3,3 Kilowattstunden Strom, bei 37,97 Cent rund 1,27 Euro. Bei einer Leistungszahl von 2 steigt der Bedarf auf 5,0 Kilowattstunden.
Lohnt sich das Mieten einer mobilen Wärmepumpe?
Bei kurzem oder einmaligem Bedarf meist ja. Der Break-even ergibt sich aus Kaufpreis geteilt durch Tagesmiete, bei 1.000 Euro Kaufpreis und 20 Euro Tagesmiete sind es 50 Tage.
Kann ich eine mobile Wärmepumpe im Wohnmobil nutzen?
Bei milden Temperaturen und ausreichender Stromversorgung ja. Im Beispiel braucht ein Wohnmobil rund 3,2 Kilowattstunden pro Nacht, die Landstrom oder ein tragbarer Speicher wie der EcoFlow DELTA liefern kann.
Kann eine Powerstation eine mobile Wärmepumpe betreiben?
Kleine Geräte mit rund 400 W mittlerer Leistung ja, im Beispiel läuft ein EcoFlow DELTA Pro 3 rund 9,2 Stunden. Im Winter reicht die Solarladung allein meist nicht, dann braucht es Landstrom oder eine zweite Ladequelle.