Mehrwertsteuer auf Strom: Höhe, Berechnung und Sparmöglichkeiten
Steuern und Abgaben machen einen erheblichen Teil jeder Stromrechnung aus. Die Mehrwertsteuer auf Strom ist dabei nur ein Baustein unter mehreren – aber einer, über den erstaunlich viel Unklarheit herrscht. Wie hoch ist der Satz eigentlich, wie berechnet er sich, und gab es zuletzt Bewegung in der Debatte um eine Senkung? Dieser Artikel ordnet ein, was Du wissen musst, und zeigt, wie sich hohe Stromkosten trotz Steuerlast abfedern lassen – etwa mit einem Balkonkraftwerk mit Speicher, das den Eigenverbrauch erhöht.

Was ist die Mehrwertsteuer auf Strom?
Definition und rechtliche Grundlage
Was also ist die Mehrwertsteuer auf Strom? Im Kern handelt es sich um eine Verbrauchssteuer, die auf den Nettopreis aufgeschlagen wird – und zwar auf den Nettopreis inklusive aller anderen Abgaben, die vorher schon draufgerechnet wurden. Das ist etwas sehr Übliches. Rechtsgrundlage ist das Umsatzsteuergesetz, dieselbe Grundlage, die für die meisten anderen Waren und Dienstleistungen in Deutschland gilt. Strom genießt hier keine steuerliche Sonderbehandlung. Das überrascht viele, die bei einem so grundlegenden Gut wie Energie eine Ausnahme erwarten würden.
Warum überhaupt Steuer auf Strom anfällt
Warum eigentlich? Ganz einfach: Strom ist rechtlich ein handelbares Gut wie jedes andere auch, keine steuerliche Sonderstellung, keine Ausnahmeregelung wie bei Grundnahrungsmitteln mit ihrem ermäßigten Satz. Im Vergleich zu anderen Energieträgern wie Gas oder Fernwärme fällt auf: Auch dort wird grundsätzlich Mehrwertsteuer erhoben, wenngleich sich Details je nach Energieträger und politischer Lage unterscheiden können. Für Strom gilt in Deutschland durchgehend der reguläre Satz.
Wie hoch ist die Steuer für Strom in Deutschland?
Aktueller Steuersatz und Berechnung
19 Prozent – das ist der Mehrwertsteuersatz auf Strom in Deutschland, Stand 2026. Kein ermäßigter Satz, wie ihn manche Lebensmittel oder Bücher genießen. Die Berechnung ist simpel: Auf den Nettobetrag der Stromrechnung, der bereits Stromsteuer, Netzentgelte und weitere Umlagen enthält, kommen am Ende 19 Prozent Umsatzsteuer obendrauf. Ein Beispiel macht das greifbar: Bei einem Nettobetrag von 100 Euro landet man nach Aufschlag der Mehrwertsteuer bei 119 Euro brutto.
Wichtig dabei: Steuersätze können sich ändern, und wer größere Verträge kalkuliert, sollte den aktuellen Stand vor Abschluss noch einmal prüfen.
Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer
Ein Punkt, der regelmäßig für Verwirrung sorgt: Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer sind dieselbe Steuer. Umgangssprachlich hat sich „Mehrwertsteuer" durchgesetzt, gesetzlich korrekt heißt sie Umsatzsteuer. Warum beide Begriffe parallel existieren? Historisch gewachsen, keine inhaltliche Unterscheidung. Auf der Stromrechnung taucht meist die Abkürzung „USt." oder „MwSt." auf – gemeint ist in beiden Fällen exakt dieselbe Abgabe.
Wie setzt sich der Strompreis neben der Mehrwertsteuer zusammen?
Aufbau der Stromrechnung im Überblick
Die Mehrwertsteuer ist nur einer von drei großen Blöcken, aus denen sich der Strompreis zusammensetzt: Erzeugung und Vertrieb, Netzentgelte, sowie Steuern und Abgaben. Grob eingeordnet entfallen 2026 rund 41 Prozent auf Erzeugung und Vertrieb, etwa 25 Prozent auf Netzentgelte und knapp 34 Prozent auf Steuern und Abgaben insgesamt – wobei sich diese Anteile je nach Tarif und Entwicklung am Energiemarkt verschieben können.
Bestandteil | Ungefährer Anteil 2026 |
Erzeugung und Vertrieb | ca. 41 % |
Netzentgelte | ca. 25 % |
Steuern und Abgaben (inkl. Mehrwertsteuer) | ca. 34 % |
Die Mehrwertsteuer selbst wird am Ende auf den gesamten Bruttobetrag erhoben – nachdem Erzeugung, Netzentgelte und andere Abgaben schon eingerechnet sind.
Steuern und Abgaben im Vergleich
Neben der Mehrwertsteuer gibt es die Stromsteuer, eine eigenständige Abgabe, unabhängig von der Umsatzsteuer und mit einem festen Satz je Kilowattstunde. Dazu kommen Netzentgelte und diverse Umlagen, die je nach Netzbetreiber und Region leicht variieren. Das Tückische: Mehrere Abgaben verstärken sich gegenseitig, weil die Mehrwertsteuer am Ende auf den Bruttobetrag inklusive aller anderen Abgaben erhoben wird – eine Art Kaskadeneffekt, der den Effekt jeder einzelnen Abgabe zusätzlich verstärkt.
Gab es zuletzt Änderungen bei der Mehrwertsteuer auf Strom?
Diskussionen um Steuersenkungen
Im politischen Berlin wird immer wieder über Entlastungen bei den Energiepreisen diskutiert, zuletzt etwa im April 2026 im Rahmen einer Bundestagsdebatte über einen Gesetzentwurf zur Senkung von Energiesteuern. Wichtig ist hier die Unterscheidung: Diese Debatten drehen sich in erster Linie um die Stromsteuer, nicht um die Mehrwertsteuer – beides sollte man nicht vermischen. Eine bundesweite Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom ist bislang nicht beschlossen.
Warum sich das ändern kann – Prüfhinweis
Steuersätze und geplante Änderungen sollten vor Abschluss neuer Verträge aktuell geprüft werden – ein klarer Hinweis, der sich in der Praxis immer wieder als sinnvoll erweist. Gesetzesänderungen greifen häufig kurzfristig und rückwirkend zum Jahres- oder Quartalswechsel, was Planungssicherheit erschwert. Wer verlässliche Informationen sucht, findet sie am ehesten bei offiziellen Quellen wie dem Bundesfinanzministerium – dort lässt sich der jeweils aktuelle Stand nachvollziehen, statt sich auf veraltete Presseberichte zu verlassen.
Wie Du trotz Mehrwertsteuer Deine Stromkosten senken kannst
Eigenverbrauch statt Netzstrom
Hier kommt der eigentliche Hebel ins Spiel: Selbst erzeugter Solarstrom unterliegt nicht derselben Kostenlogik wie zugekaufter Netzstrom. Wird Strom direkt vor Ort verbraucht, sinkt die Bemessungsgrundlage für den teuer bezogenen Reststrom – und mit ihr auch der Betrag, auf den am Ende Mehrwertsteuer und andere Abgaben erhoben werden. Je höher der Eigenverbrauchsanteil, desto geringer der Anteil, der überhaupt noch steuerpflichtig zugekauft werden muss. Wer sich näher mit dem Zusammenhang zwischen Solarstrom Eigenverbrauch und Einspeisung beschäftigt, erkennt schnell: Eigenverbrauch schlägt in den allermeisten Rechnungen die Einspeisevergütung. Wer plant, eine Anlage neu aufzubauen, findet unter was eine Photovoltaikanlage 2026 kostet eine erste Orientierung zu Investition und Amortisation. Praktisch heißt das:
Eigenverbrauch maximieren, statt Überschuss ungenutzt einzuspeisen
Verbrauch zeitlich an die Solarerzeugung anpassen, etwa tagsüber laden statt abends
Speicher ergänzen, um auch abends von tagsüber erzeugtem Strom zu profitieren
Für alle, die generell nach Strategien gegen steigende Strompreise suchen, ist der Ausbau der eigenen Erzeugung meist der wirksamste Einzelhebel – wirksamer als jede Diskussion um einzelne Steuersätze.
STREAM 5000
Wir empfehlen zuverlässige Marken wie EcoFlow, wenn es um die technische Umsetzung geht – etwa mit der STREAM-Serie als Speicherlösung zur Ergänzung einer neuen Solaranlage. Der STREAM 5000 bringt einen integrierten Wechselrichter mit und eignet sich damit besonders für alle, die Module und Speicher gemeinsam neu planen. Mit bis zu 5.000 Watt Solar-Eingangsleistung über vier MPPT-Eingänge nimmt er den Ertrag einer typischen Balkonkraftwerk- oder kleineren Dachanlage vollständig auf. Das Ergebnis: Der Eigenverbrauchsanteil steigt, der Anteil steuerpflichtig zugekauften Netzstroms sinkt – und damit auch die Bemessungsgrundlage, auf die am Ende Mehrwertsteuer anfällt. Mit rund 5 kWh Kapazität, modular erweiterbar bis auf 90 kWh, wächst das System bei Bedarf mit.
STREAM AC 5000
Anders liegt der Fall, wenn bereits eine Solaranlage läuft, aber kein Speicher vorhanden ist. Für dieses Szenario eignet sich der STREAM AC 5000: eine AC-gekoppelte Speicherlösung zur Nachrüstung, unabhängig vom vorhandenen Wechselrichter. Der Unterschied zur STREAM 5000 liegt vor allem in der Anwendung – während die STREAM 5000 selbst als Wechselrichter fungiert, dockt die STREAM AC 5000 an ein bestehendes System an, ohne dass die vorhandene Verkabelung angetastet werden muss. Auch hier gilt: Je mehr Solarstrom direkt genutzt statt eingespeist wird, desto geringer ist der Anteil des Stromverbrauchs, der über den vollen Steuer- und Abgabenkatalog läuft.
Fazit
19 Prozent Mehrwertsteuer auf Strom, keine Ausnahmeregelung, keine aktuell beschlossene Senkung – das ist der Stand 2026. Eingebettet in einen Strompreis, der zu gut einem Drittel aus Steuern und Abgaben besteht, bleibt die Mehrwertsteuer nur ein Baustein unter mehreren. Wer die Gesamtbelastung senken will, kommt an Solar und Eigenverbrauch kaum vorbei: Photovoltaik und Speicher wirken nicht nur gegen die Mehrwertsteuer, sondern gegen hohe Strompreise insgesamt – und genau das macht sie zum wirksamsten Hebel.
FAQs
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer auf Strom in Deutschland?
19 Prozent, Stand 2026 – der reguläre Satz, ohne Ermäßigung.
Warum wird überhaupt Mehrwertsteuer auf Strom erhoben?
Weil Strom rechtlich als handelbares Gut gilt wie jede andere Ware auch, ohne steuerliche Sonderstellung.
Was ist der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer auf Strom?
Keiner – beide Begriffe bezeichnen dieselbe Steuer, umgangssprachlich „Mehrwertsteuer", gesetzlich „Umsatzsteuer".
Wie berechnet sich die Mehrwertsteuer auf der Stromrechnung?
Sie wird zum Schluss auf den Bruttobetrag inklusive aller anderen Abgaben aufgeschlagen, aktuell mit 19 Prozent.
Gibt es Pläne für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Strom?
Aktuell diskutiert die Politik vor allem über die Stromsteuer, nicht über die Mehrwertsteuer – eine Senkung der Mehrwertsteuer selbst ist bislang nicht beschlossen.
Wie kann ich trotz Mehrwertsteuer meine Stromkosten senken?
Am wirksamsten über einen höheren Eigenverbrauchsanteil, etwa mit einem Balkonkraftwerk oder einer größeren Solaranlage samt Speicherlösung wie der EcoFlow STREAM-Serie.