Solaranlage mieten oder kaufen: Kosten, Vor- und Nachteile im Überblick

EcoFlow

Eine eigene Solaranlage, ohne fünfstellig in Vorleistung zu gehen, dafür eine feste Rate im Monat: Das Angebot klingt verlockend, gerade wenn das Eigenkapital für einen Kauf fehlt. Doch die Bequemlichkeit hat ihren Preis. Über die gesamte Laufzeit zahlt man beim Mieten in den meisten Fällen das Zwei- bis Dreifache dessen, was die Anlage im Kauf kosten würde.

Was steckt also wirklich hinter dem Mietmodell, und für wen rechnet es sich trotzdem? Wie groß ist der Kostenunterschied über 20 Jahre konkret? Und gibt es einen Mittelweg, der die niedrige Einstiegshürde der Miete mit dem Eigentum des Kaufs verbindet? Der Reihe nach geht es um die Funktionsweise der Miete, die Kosten im direkten Vergleich, die Vor- und Nachteile, eine Entscheidungshilfe und die Frage, wie sich ein Speicher ergänzen lässt.

Wer ohne lange Vertragsbindung und ohne Eingriff ins Dach einsteigen will, findet mit einem Balkonkraftwerk mit Speicher übrigens eine dritte Option jenseits von Miete und großer Investition auf dem Dach.

Balkonkraftwerk mit Speicher

Wie funktioniert es, eine Solaranlage zu mieten?

Das Grundprinzip ist schnell erklärt, doch im Detail steckt einiges, das man vor der Unterschrift kennen sollte.

Statt eines einmaligen Kaufpreises zahlt man eine feste Monatsrate, meist über eine lange Laufzeit von 15 bis 25 Jahren. Im Mietpreis enthalten ist in der Regel ein Rundum-sorglos-Paket aus Planung, Installation, Wartung und Versicherung. Die Nutzung selbst unterscheidet sich nicht von einer gekauften Anlage: Man verbraucht den Strom selbst und speist den Überschuss ins Netz ein, wobei die Einspeisevergütung üblicherweise an den Mieter geht.

Ein Punkt sorgt jedoch oft für Verwirrung: Die Begriffe „mieten“ und „pachten“ werden von den Anbietern uneinheitlich verwendet. Entscheidend ist nicht das Etikett, sondern der konkrete Vertragsinhalt, wie die Verbraucherzentrale betont. Genau hinzusehen lohnt sich also doppelt.

Was passiert am Ende der Vertragslaufzeit?

ach 20 oder mehr Jahren stellt sich die Frage, wem die Anlage dann gehört. Je nach Vertrag kann man sie übernehmen, oft kostenfrei oder gegen einen Restwert, oder sie wird zurückgegeben. Wichtig zu wissen: Bei einem Hausverkauf oder im Erbfall muss der Vertrag in der Regel weitergeführt werden, was den Verkauf der Immobilie erschweren kann. Und eine vorzeitige Kündigung ist meist teuer, weil hohe Ablösesummen fällig werden. Die lange Bindung ist der Preis für die niedrige Einstiegshürde.

Was kostet es, eine Solaranlage zu mieten?

Bei den Zahlen lohnt der genaue Blick, denn hier entscheidet sich, ob das Modell im Einzelfall trägt. Die monatliche Rate liegt je nach Anlagengröße und Speicher typischerweise im niedrigen dreistelligen Bereich, grob zwischen 80 und 200 Euro. Eine kleine Anlage ohne Speicher startet bei etwa 80 Euro, eine 10-kWp-Anlage mit Speicher eher ab 135 Euro im Monat.

Über 20 Jahre summiert sich das gewaltig. Je nach Anbieter und Anlage landet man bei Gesamtkosten von rund 19.000 bis 48.000 Euro. Eine vergleichbare gekaufte 10-kWp-Anlage mit Speicher kostet 2026 dagegen etwa 12.000 bis 20.000 Euro, wie der ADAC vorrechnet. Unterm Strich zahlt man beim Mieten über die Laufzeit das Zwei- bis Dreifache des Kaufpreises. Genau deshalb rät die Verbraucherzentrale in den meisten Fällen klar zum Kauf.

Hinweis: Mietpreise, Konditionen und Förderbedingungen ändern sich. Aktuelle Angebote sollte man einzeln prüfen und sich im Zweifel unabhängig beraten lassen, etwa bei der Verbraucherzentrale oder beim ADAC.

Versteckte Kosten und Vertragsfallen

Der eigentliche Haken steckt oft nicht in der Rate, sondern in der Beispielrechnung des Anbieters. Drei Stellschrauben werden gern geschönt: Eine zu hoch angesetzte Eigenverbrauchsquote lässt die Ersparnis größer wirken, als sie ist. Eine optimistisch angenommene Strompreissteigerung tut dasselbe. Und ein Betrachtungszeitraum von 25 oder 30 Jahren verschleiert, dass innerhalb der eigentlichen Vertragslaufzeit ein Verlust steht.

Dazu kommt ein Risiko, das die Anbieter selten betonen: Geht das Unternehmen insolvent, ist offen, wie es mit Wartung, Garantie und dem Weiterbetrieb der Anlage weitergeht. Bei einer Bindung über zwei Jahrzehnte ist das kein theoretisches Problem.

Solaranlage mieten: Vorteile und Nachteile

Damit die Entscheidung nicht einseitig ausfällt, hier beide Seiten ehrlich nebeneinander. Die Miete hat reale Vorteile, sie wiegen die Mehrkosten nur in bestimmten Situationen auf.

Die Vorteile einer Mietanlage

Der größte Pluspunkt ist offensichtlich: keine hohe Anfangsinvestition, kein Eigenkapital nötig. Wer die fünfstellige Summe für einen Kauf nicht aufbringen will oder kann, kommt so trotzdem zu Solarstrom. Dazu kommt Planungssicherheit durch die feste Monatsrate, die Kosten bleiben über die Laufzeit kalkulierbar. Und der Aufwand ist gering, weil Planung, Installation, Wartung und meist auch die Versicherung im Paket stecken. Wer sich um nichts kümmern will, bekommt genau das.

Die Nachteile einer Mietanlage

Der direkte Vergleich macht die Unterschiede greifbar. Neben Miete und Kauf gibt es mit der Finanzierung einen dritten Weg, der oft übersehen wird.


Kauf

Miete

Finanzierung (KfW 270)

Anschaffung / Rate

12.000-20.000 € einmalig

ca. 80-200 €/Monat

oft unter der Mietrate

Gesamtkosten 20 Jahre

niedrigste

19.000-48.000 €

niedriger als Miete

Eigentum

ja, sofort

erst am Laufzeitende, falls überhaupt

ja, am Kreditende

Aufwand

höher (selbst organisieren)

gering (Komplettpaket)

mittel

Der Kauf verlangt die höchste Investition, amortisiert sich aber bei heutigen Strompreisen in der Regel nach rund 8 bis 12 Jahren. Danach produziert die Anlage praktisch kostenlosen Strom, und man hat die volle Kontrolle. Die Finanzierung ist der Mittelweg: Der KfW-Kredit 270 finanziert bis zu 100 Prozent der Kosten ohne Eigenkapital, die Monatsrate liegt bei einer 10-kWp-Anlage oft unter der Mietrate, und am Ende gehört die Anlage dem Käufer. Damit fällt das stärkste Argument der Miete, kein Eigenkapital zu brauchen, in sich zusammen.

Ein Vorteil wiegt besonders schwer und gilt nur beim Kauf: Seit 2023 fallen auf PV-Anlagen bis 30 kWp dauerhaft 0 Prozent Mehrwertsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG), und der selbst verbrauchte Strom ist einkommensteuerlich unkritisch. Bei einer Mietanlage zahlt man dagegen auf jede einzelne Monatsrate 19 Prozent Mehrwertsteuer. Dieser Steuervorteil verschiebt die Rechnung weiter zugunsten des Kaufs.

Für wen lohnt sich die Miete trotzdem?

Trotz der höheren Kosten gibt es Fälle, in denen die Miete vertretbar ist. Sie passt für Haushalte ohne Eigenkapital, die zugleich Aufwand und Risiko vollständig abgeben wollen und denen das Komplettpaket den Aufpreis wert ist. Wer die lange Bindung bewusst akzeptiert und den reinen Komfort über die Wirtschaftlichkeit stellt, trifft mit der Miete keine falsche, nur eine teurere Entscheidung. Für die Mehrheit der Eigenheimbesitzer ist der Kauf oder die Finanzierung aber die bessere Wahl.

Wirtschaftlichkeit prüfen: Worauf Sie beim Mietvertrag achten müssen

Wer ein Mietangebot vor sich hat, kann es mit ein paar gezielten Prüfungen selbst auf Herz und Nieren testen, bevor er unterschreibt.

Jede Beispielrechnung hängt an vier Stellschrauben, auf die man laut Verbraucherzentrale achten sollte: der Monatsrate, der angenommenen Eigenverbrauchsquote, der unterstellten Strompreissteigerung und dem Betrachtungszeitraum. Realistisch sind etwa 2 bis 3 Prozent jährliche Strompreissteigerung; wer in der Rechnung höhere Werte findet, sollte skeptisch werden.

Die wohl wichtigste Prüffrage lautet: Lohnt sich die Anlage auch dann, wenn der Strompreis gleich bleibt? Trägt sich das Angebot nur unter der Annahme stetig steigender Preise, ist es kein gutes Angebot. Nutzen Sie außerdem das 14-tägige Widerrufsrecht, um den Vertrag in Ruhe zu prüfen, und ziehen Sie bei Bedarf einen Solarrechner oder die Energieberatung der Verbraucherzentrale hinzu.

Mehr Solarstrom nutzen: Speicher zur Anlage ergänzen

Unabhängig davon, ob gemietet oder gekauft wird, entscheidet der Eigenverbrauch über die Wirtschaftlichkeit. Und der hängt am Speicher.

Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote häufig nur bei rund 30 Prozent, der Rest fließt für wenig Geld ins Netz. Mit einem passenden Speicher steigt sie deutlich. Bei einer Mietanlage gibt es dabei eine Besonderheit: Ein eigener Speicher ist vor allem dann sinnvoll, wenn er wechselstromseitig (AC) gekoppelt ist und nicht direkt mit der Anbieter-Anlage verschaltet werden muss, worauf die Verbraucherzentrale hinweist. So bleibt der Speicher das eigene Eigentum, auch wenn die Anlage dem Anbieter gehört.

EcoFlow STREAM 5000 und STREAM AC 5000 als flexible Speicherlösung

Für genau diesen Fall bietet EcoFlow mit der STREAM-Serie modulare Speicher, die sich an die jeweilige Ausgangslage anpassen lassen. Welches Modell passt, hängt davon ab, ob man zu einer bestehenden Anlage nachrüstet oder ein neues Eigenverbrauchssystem aufbaut.

Wer ein neues Eigenverbrauchssystem aufbaut, ist mit dem STREAM 5000 gut bedient. Er nimmt bis zu 5.000 W direkt aus der Solaranlage auf und lädt mit bis zu 3.000 W Wechselstrom. Beide Modelle steuern die Energie automatisch über die App, laufen dank Local Mode auch offline und sind kompakt mit Tragegriff gebaut. Sie sind auf 10.000 Ladezyklen ausgelegt, stecken in einem Aluminiumgehäuse mit Druckentlastungsventil, arbeiten betriebssicher bis 55 °C Außentemperatur und vertragen sich mit bestehenden Aufdach-PV-Systemen sowie gängigen Drittanbieter-Zählern.

STREAM AC 5000
Speicherkapazität: ca. 5024 Wh, erweiterbar bis auf 90.000 Wh AC-Ausgangsleistung netzunabhängig 3.000 W Maximale AC-Eingangsleistung: 3.000 W AC-Ausgangsleistung netzgekoppelt 800-3.000 W Gewicht 44,6kg(Entspricht ungefähr dem Gewicht von zwei Standard-Mikrowellen.) Lässt sich als Erweiterungsspeicher nahtlos in bestehende PV-Systeme integrieren. Ladezyklen: 10.000

Zum Nachrüsten eignet sich der STREAM AC 5000. Er wird über AC-Kopplung in bestehende PV-Systeme integriert und speichert den erzeugten Solarstrom zuverlässig. Mit rund 5.024 Wh Speicherkapazität, erweiterbar bis 90.000 Wh, sowie bis zu 3.000 W Wechselstromleistung eignet er sich auch für leistungsstarke Geräte wie Herd, Trockner oder Wasserkocher.

STREAM AC 5000
Speicherkapazität: ca. 5024 Wh, erweiterbar bis auf 90.000 Wh AC-Ausgangsleistung netzunabhängig 3.000 W Maximale AC-Eingangsleistung: 3.000 W AC-Ausgangsleistung netzgekoppelt 800-3.000 W Gewicht 44,6kg(Entspricht ungefähr dem Gewicht von zwei Standard-Mikrowellen.) Lässt sich als Erweiterungsspeicher nahtlos in bestehende PV-Systeme integrieren. Ladezyklen: 10.000

Fazit: Solaranlage mieten oder kaufen?

Die Miete senkt die Einstiegshürde, das ist ihr ehrlicher Vorteil. Über die Laufzeit ist sie aber meist deutlich teurer und unflexibler, weil das Zwei- bis Dreifache des Kaufpreises zusammenkommt und die lange Bindung bleibt.

Wer Eigenkapital hat oder einen Förderkredit wie den KfW 270 nutzt, fährt mit dem Kauf langfristig günstiger und nimmt obendrein die Steuervorteile mit, die dem Mieter verwehrt bleiben. Eines gilt unabhängig vom Modell: Der Eigenverbrauch entscheidet über die Wirtschaftlichkeit, ein Speicher gehört also mitgedacht, und jeder Vertrag will vor der Unterschrift genau geprüft sein.

FAQ

Was kostet es, eine Solaranlage zu mieten?

Die Monatsrate liegt je nach Größe und Speicher typischerweise zwischen 80 und 200 Euro. Über 20 Jahre summiert sich das auf rund 19.000 bis 48.000 Euro, also etwa das Zwei- bis Dreifache des Kaufpreises einer vergleichbaren Anlage (12.000 bis 20.000 Euro).

Lohnt es sich, eine Photovoltaikanlage zu mieten oder zu kaufen?

Für die meisten Eigenheimbesitzer lohnt sich der Kauf. Er ist über die Laufzeit deutlich günstiger, amortisiert sich nach 8 bis 12 Jahren und bringt Steuervorteile. Die Miete kommt vor allem für Haushalte ohne Eigenkapital infrage, die Aufwand und Risiko abgeben wollen.

Welche Nachteile hat es, eine Solaranlage zu mieten?

Höhere Gesamtkosten über die Laufzeit, eine lange Vertragsbindung von 15 bis 25 Jahren, kein Eigentum und weniger Kontrolle über Technik und Erweiterungen. Hinzu kommen die 19 Prozent Mehrwertsteuer auf jede Rate und das Insolvenzrisiko des Anbieters.

Kann ich eine gemietete Solaranlage vorzeitig kündigen?

Meist nur unter hohen Kosten. Mietverträge laufen in der Regel über 15 bis 25 Jahre, und eine vorzeitige Beendigung ist oft mit erheblichen Ablösesummen verbunden. Die genauen Bedingungen stehen im jeweiligen Vertrag.

Was passiert mit der Mietanlage bei einem Hausverkauf?

In der Regel muss der Vertrag weitergeführt werden, entweder vom Verkäufer oder vom neuen Eigentümer. Das kann den Verkauf der Immobilie erschweren, weil sich der Käufer auf die Übernahme einer langen Vertragsbindung einlassen muss.

Kann ich zu einer gemieteten Solaranlage einen Speicher nachrüsten?

Ja, sinnvollerweise mit einem AC-gekoppelten Speicher, der nicht direkt in die Anbieter-Anlage eingreift und so das eigene Eigentum bleibt. Der EcoFlow STREAM AC 5000 ist genau dafür ausgelegt: Er speichert per Wechselstrom-Kopplung den Strom einer bestehenden Anlage, ohne eigenen Solareingang.