Energiespeicher der Zukunft: Welche Technologien Strom aus Sonne und Wind speichern
- Energiespeicher der Zukunft: Warum Speichertechnik so wichtig ist
- Speicherung erneuerbarer Energien: Die wichtigsten Technologien
- Welche Kriterien Energiespeicher vergleichbar machen
- Welche Herausforderungen Energiespeicher meistern müssen
- Zukunft der Energiespeicher im Haushalt: Mehr Solarstrom nutzen
- Jetzt schon den eigenen Strom nutzen
- Wie sich Energiespeicher künftig ergänzen
- Fazit: Energiespeicher der Zukunft als Kombination sehen
- FAQ
Mittags liefern viele Photovoltaikanlagen mehr Strom, als gerade gebraucht wird, und in einer windstillen Winterwoche fehlt er an anderer Stelle. Womit sich erneuerbarer Strom künftig aufbewahren lässt, entscheidet deshalb mit darüber, wie weit Sonne und Wind die Versorgung tragen können. Große Langzeitspeicher im Netz und kleine Speicher im Keller haben dabei sehr verschiedene Aufgaben.
Im eigenen Haushalt lässt sich das schon heute im Kleinen beobachten, etwa bei einem Balkonkraftwerk mit Speicher, das den Überschuss vom Mittag in den Abend verschiebt.

Energiespeicher der Zukunft: Warum Speichertechnik so wichtig ist
Wind und Sonne richten sich nicht nach dem Verbrauch. Photovoltaik liefert im Sommer und um die Mittagszeit am meisten, Windräder drehen sich vor allem bei Sturm, und das Stromnetz braucht in jedem Moment ein Gleichgewicht aus Erzeugung und Verbrauch. Speicher nehmen Überschüsse auf, geben sie später wieder ab und stabilisieren nebenbei das Netz. Wer über Energiespeicher der Zukunft spricht, meint daher zuerst die Frage, wie sich diese Verschiebung in ausreichender Größe und zu vertretbaren Kosten organisieren lässt.
Dabei trennt man Kurzzeit- und Langzeitspeicher. Batterien laden und entladen mehrfach am Tag und fangen Schwankungen von Sekunden bis zu einigen Stunden ab. Langzeitspeicher überbrücken dagegen Tage bis Wochen, etwa wenn eine Dunkelflaute das Angebot aus Sonne und Wind über längere Zeit drückt.
Wie schnell der Ausbau vorankommt, zeigt das Marktstammdatenregister. Laut Bundesnetzagentur waren dort mit Stand 15. Oktober 2025 Großbatteriespeicher mit rund 2,4 GW Leistung und etwa 3,2 GWh nutzbarer Kapazität in Betrieb, weitere Anlagen mit rund 5,0 GW und 10,4 GWh sind geplant. Dazu kommen die Heimspeicher. Eine Auswertung des Fraunhofer ISE auf Basis des Registers (Stand 6. Februar 2024, Daten bis Ende 2023) zählte rund 1,1 Millionen Batteriespeicher mit zusammen 11,6 GWh Kapazität. Das Register wächst täglich, aktuellere Werte lassen sich direkt auf marktstammdatenregister.de abrufen.
Speicherung erneuerbarer Energien: Die wichtigsten Technologien
Für die Speicherung erneuerbarer Energien gibt es keine Universallösung. Die Verfahren lassen sich nach ihrem Prinzip in elektrochemische, chemische, mechanische und thermische Speicher ordnen, und jedes bringt eine eigene Rolle und einen eigenen Reifegrad mit. Lithium-Ionen-Batterien sind marktreif und im Haushalt verbreitet, während Wasserstoff und manche Wärmespeicher noch in Pilot- und Forschungsphasen stecken.
Technologie | Speicherdauer | Typische Anwendung | Vorteile | Grenzen | Mögliche Rolle künftig |
Lithium-Ionen (LFP) | Stunden bis ein Tag | Haushalt, Gewerbe, Netzdienste | Marktreif, hohe Zyklenzahl, modular | Rohstoffe, Recycling | Standard für Tag-Nacht-Verschiebung |
Natrium-Ionen | Stunden bis ein Tag | Stationäre Speicher (Forschung und erste Produkte) | Rohstoff Natrium breit verfügbar | Geringere Energiedichte | Ergänzung zu Lithium |
Redox-Flow | Minuten bis Stunden | Große stationäre Speicher | Kaum Selbstentladung | Geringe Energiedichte, hoher Platzbedarf | Nischen im Netz und Gewerbe |
Wasserstoff und Power-to-Gas | Tage bis Wochen | Saisonale Speicherung, Industrie | Sehr lange Speicherdauer, vorhandene Gasinfrastruktur | Niedriger Gesamtwirkungsgrad | Langzeitspeicher bei hohem Erneuerbaren-Anteil |
Pumpspeicher | Stunden bis ein Tag | Netzdienste, Spitzenlast | Bewährt, große Kapazität | Wenige geeignete Standorte | Bestehende Großspeicher weiter nutzen |
Druckluft | Minuten bis ein Tag | Netzdienste | Große Leistung, schnell verfügbar | Niedriger Wirkungsgrad, Standort | Adiabate Anlagen als Option |
Wärmespeicher | Stunden bis Wochen | Industrie, Fernwärme, Haushalt | Günstig für Wärmebedarf | Rückverstromung verlustreich | Sektorkopplung |
Batteriespeicher: Lithium-Ionen, Natrium-Ionen und Redox-Flow
Lithium-Ionen-Batterien sind die gängigste Technik für Haushalt und Netz und haben die früher üblichen Blei-Säure-Speicher weitgehend verdrängt. In stationären Speichern setzen sich zunehmend LFP-Zellen durch. Laut Fraunhofer ISI erreichen Lithium-Ionen-Zellen vom Typ LFP oder LTO für Netzanwendungen 15.000 bis 20.000 Zyklen, und für den Eigenverbrauch im Haus können schon 3.000 bis 5.000 Zyklen genügen. Warum gerade die LiFePO4-Batterie als Basis für Heimspeicher so verbreitet ist, hängt mit genau dieser Zyklenfestigkeit zusammen.
Rohstoffärmere Ansätze gewinnen daneben an Gewicht. Beim Natrium-Ion-Akku ist der Ausgangsstoff Natrium weltweit breit verfügbar, die Energiedichte liegt aber derzeit unter der von Lithium-Ionen-Zellen, und die Technik gilt als noch in der Forschung. Salzwasserakkus verfolgen einen ähnlichen Ansatz. Redox-Flow-Batterien eignen sich für große Speicher, denn sie zeigen kaum Selbstentladung, auch wenn ihre geringe Energiedichte viel Platz verlangt. In einem Versuch des Fraunhofer ISE erreichte ein Redox-Flow-Stack einen Zyklenwirkungsgrad von über 80 Prozent. Feststoffbatterien befinden sich noch in der Entwicklung.
Die Stärke dezentraler Batterien liegt darin, dass sie Strom dort speichern, wo er entsteht und verbraucht wird. Das entlastet das Netz und macht den eigenen Solarstrom auch abends nutzbar.
Langzeitspeicher für Strom: Wasserstoff und Power-to-Gas
Als Langzeitspeicher für Strom gilt vor allem Wasserstoff. Überschüssiger Strom treibt eine Elektrolyse an, die Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff spaltet. Der Wasserstoff wird gespeichert und später in Kraftwerken oder Brennstoffzellen wieder verstromt, oder man wandelt ihn in einem weiteren Schritt zu Methan um. Das spricht für Power-to-Gas, denn Speicherzeiten von Tagen bis Wochen sind möglich und die vorhandene Gasinfrastruktur lässt sich weiter nutzen.
Der Preis dafür sind erhebliche Verluste. Die Elektrolyse erreicht nach Angaben der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags 55 bis 70 Prozent, bei Hochleistungsanlagen bis rund 80 Prozent, und die Rückverstromung senkt den Gesamtwirkungsgrad weiter deutlich. Das Umweltbundesamt rechnet vor, dass aus einer Kilowattstunde Strom 0,74 Kilowattstunden Wasserstoff oder 0,58 Kilowattstunden Methan entstehen. Ein Hebel ist die Nutzung der Abwärme der Elektrolyse. Dazu passt, dass Langzeitspeicher mit Rückverstromung laut UBA-Positionspapier von 2016 erst bei einem Erneuerbaren-Anteil von etwa 70 bis 80 Prozent im Strommix wirklich gebraucht werden.
Die Bundesregierung setzt in ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie auf den Aufbau heimischer Elektrolyse, deren Ziel in der Fortschreibung von 2023 auf mindestens 10 GW bis 2030 angehoben wurde. Daneben wird an Metallhydrid-Speichern geforscht, die Wasserstoff in einem Metall binden, statt ihn als Gas zu lagern.
Mechanische Speicher: Pumpspeicher, Druckluft und Schwerkraft
Pumpspeicher sind bislang die wichtigsten Großspeicher. Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags nannten 2014 für Deutschland 28 Anlagen mit zusammen 6,58 GW Leistung und 38,78 GWh Arbeitsvermögen, bei einem Wirkungsgrad von 65 bis 85 Prozent. Neue Standorte sind schwer zu finden, da Höhenunterschied, Wasser und Genehmigung zusammenpassen müssen.
Der Druckluftspeicher in Huntorf läuft seit 1978 und leistet 321 MW für etwa zwei Stunden bei einem Wirkungsgrad von rund 40 Prozent. Adiabate Anlagen sollen diesen Wert auf 62 bis 70 Prozent steigern. Schwungräder liefern kurzzeitig sehr schnell Leistung und eignen sich für Netzdienste. Schwerkraftspeicher, die Gewichte anheben oder stillgelegte Bergwerksschächte nutzen, befinden sich im Forschungs- und Pilotstadium.
Wärmespeicher: Vulkangestein und Salz speichern Energie
In Hamburg erhitzt ein elektrothermischer Speicher Vulkangestein auf bis zu 800 °C. Laut Bundeswirtschaftsministerium lassen sich so bis zu 130 MWh thermische Energie über eine Woche oder länger halten, die Turbine leistet 1,5 MW, der Nettowirkungsgrad liegt derzeit bei rund 22 Prozent, bei Marktreife werden bis zu 45 Prozent angestrebt. Das DLR testet in Köln mit TESIS:store Wärmespeicher in Salzschmelzen im Megawattstunden-Maßstab.
Im Haushalt arbeitet der Wärmespeicher meist als Pufferspeicher hinter Wärmepumpe oder Solarthermie. Dort verbindet er Strom und Wärme, was man als Sektorkopplung bezeichnet.
Welche Kriterien Energiespeicher vergleichbar machen
Kapazität, Leistung, Wirkungsgrad, Lebensdauer und Kosten gehören zusammen betrachtet, denn ein hoher Wirkungsgrad hilft wenig, wenn der Speicher nach wenigen tausend Zyklen ersetzt werden muss. Die Entladezeit ergibt sich aus dem Verhältnis von Kapazität zu Leistung. Der Druckluftspeicher Huntorf liefert 321 MW für rund zwei Stunden, die deutschen Pumpspeicher kommen mit 38,78 GWh bei 6,58 GW auf knapp sechs Stunden.
Technologie | Wirkungsgrad | Zyklen oder Lebensdauer | Einsatz |
Pumpspeicher | 65 bis 85 Prozent | Je Anlage verschieden | Stunden-Speicher im Netz |
Druckluft (Huntorf) | rund 40 Prozent | Seit 1978 in Betrieb | 321 MW für etwa zwei Stunden |
Elektrolyse für Wasserstoff | 55 bis 70 Prozent, bei Hochleistungsanlagen bis rund 80 Prozent | Nicht einheitlich angegeben | Tage bis Wochen |
Lithium-Ionen (LFP, LTO) | Sehr hoch auf Zellebene | 15.000 bis 20.000 Zyklen für Netzanwendungen, rund 20 Jahre kalendarisch | Tag und Nacht, Netzdienste |
Redox-Flow (Versuch) | Über 80 Prozent Zyklenwirkungsgrad auf Stack-Ebene | Kalendarische Lebensdauer noch unsicher | Große stationäre Speicher |
Vulkangestein (Hamburg) | Netto rund 22 Prozent, angestrebt bis 45 Prozent | Versuchsanlage | 130 MWh thermisch, 1,5 MW elektrisch |
Welche Herausforderungen Energiespeicher meistern müssen
Jede Speichertechnik hat ihre eigenen Hürden, und manche gelten für alle. Sicherheit, Lebensdauer und Degradation, Nachhaltigkeit und Recycling, Kosten, Rohstoffe sowie Standort und Genehmigung bestimmen, welche Lösungen sich durchsetzen. Dass der Netzanschluss ein echtes Nadelöhr ist, zeigt die Zahl der Anfragen. Den Übertragungsnetzbetreibern lagen Ende 2024 laut Bundesnetzagentur rund 650 Anfragen für Großbatteriespeicher mit zusammen etwa 226 GW vor.
Beim Lithium geht es zunehmend um Recycling. Die EU-Batterieverordnung legt Rückgewinnungsquoten für Lithium fest, die bis Ende 2027 und Ende 2031 steigen. Für LFP-Zellen, deren Materialien weniger wertvoll sind, entwickelt das Fraunhofer ISC im Projekt ReUse ein direktes Recyclingverfahren. Als Alternativen kommen LFP-Zellen, die ohne Nickel und Kobalt auskommen, und Natrium-Ionen-Zellen infrage, die ganz auf Lithium verzichten.
Herausforderung | Auswirkung | Ansatz zur Lösung |
Sicherheit | Brandrisiko bei Defekten, Ruf der Technik | Thermisch stabilere LFP-Zellen, Batteriemanagement, Prüfzeichen |
Lebensdauer und Degradation | Kapazität sinkt mit Zyklen und Alter | Zyklenfeste Zellen, passende Auslegung, Garantien |
Nachhaltigkeit und Recycling | Rohstoffe gehen verloren, Umweltlast bei Herstellung | Rückgewinnungsquoten, Direktrecycling, Zweitnutzung |
Kosten | Investition und Wirtschaftlichkeit hängen von Größe, Nutzung und Tarif ab | Auslegung am Verbrauch, dynamische Tarife, Mehrfachnutzung |
Rohstoffe | Abhängigkeit von wenigen Lieferländern | Natrium-Ionen, Recycling, breitere Lieferketten |
Standort und Genehmigung | Lange Verfahren, Netzanschluss als Engpass | Dezentrale Speicher, Nutzung ehemaliger Kraftwerksstandorte |
Zukunft der Energiespeicher im Haushalt: Mehr Solarstrom nutzen
Die Zukunft der Energiespeicher liegt zu einem guten Teil im Haushalt, denn Photovoltaikbesitzer können ihren Solarstrom mit einem Speicher vom Tag in den Abend verschieben. Das senkt den Strombezug aus dem Netz und macht die Anlage unabhängiger von Einspeisevergütung und Tarifen. Bei den Kosten lohnt ein Blick auf die Steuer, denn für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen samt Speichern auf Wohngebäuden bis 30 kW(peak) gilt nach § 12 Abs. 3 UStG seit 2023 der Nullsteuersatz, den das Bundesfinanzministerium in einer FAQ erläutert. Regelungen und Förderprogramme ändern sich, aktuelle Bedingungen stehen bei den zuständigen Stellen.
Photovoltaik und Speicher: Eigenverbrauch erhöhen
Ohne Speicher fließt ein großer Teil des Solarstroms mittags ins Netz, obwohl der Haushalt abends dasselbe wieder zukauft. Ein Speicher schließt diese Lücke, weil er den Überschuss aufnimmt und erst abgibt, wenn die Sonne fehlt. Besonders deutlich profitieren Haushalte, die abends und nachts viel Strom brauchen, etwa durch Wärmepumpe, Elektroauto oder Home-Office bis in den Abend.
Speichergröße und Wirtschaftlichkeit richtig einordnen
Größer ist nicht automatisch besser. Ein Speicher, dessen Kapazität den abendlichen Verbrauch weit übersteigt, wird im Alltag selten voll genutzt, und die Anschaffung rechnet sich dann langsamer. Sinnvoller ist es, die Kapazität am Verbrauch auszurichten, den die Solaranlage nach Sonnenuntergang decken soll.
Wie schnell sich ein Speicher amortisiert, hängt von Strompreis, Verbrauch und Anlage ab, und auch Förderung und Tarife spielen hinein. Hinzu kommt die Marktintegration. Die Bundesnetzagentur hat am 1. Oktober 2026 mit MiSpeL eine Festlegung erlassen, die es Speichern und bidirektionalen Ladepunkten erlaubt, bei dynamischen Tarifen günstigen Netzstrom zu laden und später wieder abzugeben. Netz- und Messstellenbetreiber haben für die Umsetzung bis Ende September 2027 Zeit. Förderprogramme und Tarifbedingungen ändern sich häufig, deshalb gilt der aktuelle Stand bei den jeweiligen Stellen.
Virtuelle Kraftwerke: Haushalte als Teil des Netzes
Ein virtuelles Kraftwerk bündelt viele kleine Erzeuger, Verbraucher und Speicher zu einem Verbund, der sich wie eine einzelne Anlage steuern lässt. Laut Fraunhofer IEE können sich so auch kleinere Anlagen an Strommärkten beteiligen, an denen sie allein nicht teilnehmen könnten, etwa am Regelenergiemarkt. Für Haushalte heißt das, dass der Heimspeicher neben dem Eigenverbrauch auch dem Netz dienen kann, sofern Anbieter, Messtechnik und Vertrag dazu passen.
Auch Mieterinnen und Mieter sollen davon profitieren. Das Forschungsprojekt MELANI unter Beteiligung von TU Braunschweig, PTB, NATURSTROM und SMA hat untersucht, wie sich ein Speicher im Mehrfamilienhaus gemeinsam nutzen lässt, wobei Messtechnik und Abrechnung für jede Partei genau erfasst werden müssen.
Modulare Heimspeicher für Neuanlage und Nachrüstung
In der Praxis gibt es zwei typische Ausgangslagen. Entweder entsteht gerade die erste Solaranlage, dann wird der Speicher gleich mitgeplant, oder auf dem Dach liegen bereits Module und der Speicher kommt später dazu. Modular aufgebaute Speicher lassen sich in beiden Fällen später erweitern, was als Zukunftsargument zählt, weil sich Verbrauch und Gerätepark im Haushalt über die Jahre ändern.
Jetzt schon den eigenen Strom nutzen
Strom nutzen, statt ihn einzuspeisen, erhöht den Eigenverbrauch ohne Umwege. Dafür bietet EcoFlow zwei Speicher an, die sich nach der Ausgangslage im Haushalt unterscheiden.
EcoFlow STREAM 5000: Speicher für die Erstinstallation
Bauen Haushalte Solaranlage und Speicher erstmals zusammen auf, bietet der STREAM 5000 einen Speicher, der auf Zuwachs angelegt ist. Er speichert 5,024 kWh und lässt sich bis auf 90 kWh erweitern, sodass er mit wachsendem Verbrauch mitwachsen kann. Der PV-Eingang nimmt bis zu 5.000 W auf, der netzgekoppelte Wechselstromausgang liefert 800 bis 3.000 W. Mit bis zu 10.000 Zyklen liegt er weit über den 3.000 bis 5.000 Zyklen, die für den Eigenverbrauch im Haus genügen können, und EcoFlow gibt 10 Jahre Garantie und 15 Jahre Lebensdauer an. Das Gerät wiegt 45,4 kg und arbeitet bei Temperaturen von -20 bis 55 °C. Der Aufbau ist auf Easy to deploy und Minimal installation ausgelegt.
EcoFlow STREAM AC 5000: Speicher für bestehende Anlagen
Ganz anders sieht die Lage bei Haushalten aus, auf deren Dach schon eine Solaranlage Strom erzeugt, die aber noch ohne Speicher arbeitet oder mehr Kapazität wünscht. Hier setzt der STREAM AC 5000 an, der sich in bestehende PV-Systeme integrieren lässt. Auch er fasst 5,024 kWh und wächst bis 90 kWh, bei 44,6 kg Gewicht. Bis zu 10.000 Zyklen, 10 Jahre Garantie und 15 Jahre Lebensdauer sorgen dafür, dass die Nachrüstung auf lange Sicht ausgelegt ist.
Wie sich Energiespeicher künftig ergänzen
Keine Technik allein deckt alle Aufgaben ab, und gerade das Zusammenspiel macht das System belastbar. Haushaltsbatterien verschieben Solarstrom von Tag in die Nacht, Großbatterien und Pumpspeicher stützen das Netz über Stunden, Wasserstoff und Wärme überbrücken lange Zeiträume. Die Sektorkopplung verbindet Strom, Wärme und Verkehr, sodass Wärmepumpen und Wärmespeicher Überschüsse aufnehmen, und Smart Grids steuern diese Flexibilität.
Das Elektroauto kann ebenfalls zum Speicher werden. Mit bidirektionalem Laden speist es Strom ins Haus oder ins Netz zurück, und die MiSpeL-Festlegung schafft dafür Regeln. Ob und wie stark das System dadurch flexibler und widerstandsfähiger wird, hängt vom Ausbau ab, und der Forschungsstand entwickelt sich weiter.
Speicherart | Aufgabe im System | Stärke | Grenze |
Haushaltsbatterie | Solarstrom vom Tag in den Abend schieben | Dezentral, schnell, modular | Begrenzte Kapazität |
Großbatterie | Netzdienste, Spitzen abfangen | Sehr schnelle Reaktion | Netzanschluss als Engpass |
Pumpspeicher | Stunden bis zu einem Tag überbrücken | Bewährt, große Kapazität | Wenige Standorte |
Wasserstoff und Methan | Tage bis Wochen überbrücken | Lange Speicherdauer | Hohe Verluste |
Wärmespeicher | Strom und Wärme koppeln | Günstig für Wärmebedarf | Rückverstromung verlustreich |
Elektroauto (bidirektional) | Mobile Pufferung für Haus und Netz | Große Batterie ohnehin vorhanden | Abhängig von Nutzung und Regeln |
Fazit: Energiespeicher der Zukunft als Kombination sehen
Eine Einzellösung wird es nicht geben. Kurzzeitspeicher fangen den Alltag ab, Langzeitspeicher brauchen erst bei hohem Anteil von Sonne und Wind eine größere Rolle, und beide ergänzen sich im Netz. Für Haushalte lohnt es sich, zuerst den Solarstromverbrauch am Abend zu betrachten und die Speichergröße daran auszurichten. Wer abends deutlich weniger verbraucht als der Speicher aufnehmen kann, zahlt für Kapazität, die selten zum Einsatz kommt.
FAQ
Welche Langzeitspeicher für Strom gibt es?
Als Langzeitspeicher für Strom gelten vor allem Wasserstoff und synthetisches Methan, die sich über Tage bis Wochen speichern lassen. Pumpspeicher überbrücken Stunden bis zu einem Tag, Wärmespeicher können Energie über eine Woche oder länger halten.
Ist Wasserstoff der Energiespeicher der Zukunft?
Wasserstoff übernimmt eine wichtige, aber eng umrissene Rolle. Die Elektrolyse erreicht 55 bis 70 Prozent Wirkungsgrad, und bei der Rückverstromung geht weitere Energie verloren. Für Tage bis Wochen ist er unverzichtbar, für den Alltag im Haushalt bleiben Batterien die bessere Wahl.
Welche Energiespeicher sind am effizientesten?
Batterien arbeiten auf Zellebene mit sehr hohem Wirkungsgrad, Pumpspeicher kommen auf 65 bis 85 Prozent, Druckluft in Huntorf auf rund 40 Prozent. Wasserstoff liegt über die gesamte Kette gerechnet deutlich darunter.
Wie lange hält ein Batteriespeicher?
Das hängt von Zelltyp und Nutzung ab. LFP-Zellen erreichen laut Fraunhofer ISI für Netzanwendungen 15.000 bis 20.000 Zyklen und rund 20 Jahre kalendarische Lebensdauer. Die STREAM-Speicher von EcoFlow sind für bis zu 10.000 Zyklen ausgelegt, mit 10 Jahren Garantie und 15 Jahren angegebener Lebensdauer.
Lohnt sich ein Speicher zur Solaranlage?
Das richtet sich nach dem Verbrauch. Bei hohem Strombedarf am Abend und in der Nacht nutzt ein Speicher einen größeren Anteil des eigenen Solarstroms, bei geringem Abendverbrauch rechnet sich eher ein kleiner Speicher. Aktuelle Förderungen und Steuerregeln sollte man bei den zuständigen Stellen prüfen.
Kann man einen Stromspeicher nachrüsten?
Ja. Bei Haushalten mit bestehender Photovoltaikanlage ist der Speicher eine typische Nachrüstung. Der STREAM AC 5000 von EcoFlow ist genau für diese Situation gedacht und lässt sich in vorhandene PV-Systeme integrieren.