Camping Bayerischer Wald: Die besten Plätze, Regeln und passende Ausrüstung
- Camping im Bayerischen Wald: Was Camper vor Ort erwartet
- Wildcampen im Bayerischen Wald: Ist das erlaubt?
- Bayerischer Wald: Campingplätze für jeden Camper-Typ
- Aktivitäten: Wandern, Boot fahren und Skifahren
- Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald: Diese Ziele lohnen sich
- Bayerischer Wald Camping: Diese Regeln gelten 2026
- Camping-Ausrüstung für den Bayerischen Wald
- Powerstation fürs Camping im Bayerischen Wald: 2 Setups
- Fazit: Camping im Bayerischen Wald gut vorbereitet
- FAQ
Morgennebel liegt über der Zeltwiese, der Kaffee kocht, und das Handy zeigt nur noch 20 Prozent Akku. Beim Camping im Bayerischen Wald gehört dieses Bild zu manchem Morgen, denn die Nächte in den Höhenlagen sind kühl, und Akkus verlieren bei Kälte schneller an Ladung.
Die Bandbreite reicht vom Wellness-Resort mit beheiztem Pool bis zu wenigen Zeltstellplätzen am Nationalpark. Regeln und Öffnungszeiten unterscheiden sich von Platz zu Platz erheblich, und Landstrom ist nicht überall verlässlich. Eine Powerstation gleicht aus, was der Stellplatz nicht bietet, ob bei Kühlbox, Beleuchtung, Handy oder Kamera.

Camping im Bayerischen Wald: Was Camper vor Ort erwartet
Der Bayerische Wald ist ein rund 100 Kilometer langes Mittelgebirge an der Grenze zu Tschechien. Im Osten entstand 1970 der Nationalpark Bayerischer Wald, der erste Nationalpark Deutschlands. Die Plätze liegen am Waldrand, an Seen und an Flüssen, und die Spanne reicht vom einfachen Zeltplatz bis zum Resort mit Pool.
Landschaft, Klima und beste Reisezeit
Der Große Arber ragt mit 1.456 Metern als höchster Berg der Region auf. Am Gipfel liegt die Jahresmitteltemperatur nach Angaben des Naturparks Bayerischer Wald bei 2,7 °C, im Juli bei durchschnittlich 11 °C. Im Tal ist es milder, doch auch in mittleren Höhenlagen sind die Nächte deutlich kühler, was später bei der Akkulaufzeit eine Rolle spielt.
Zum Wandern eignen sich Juni bis August am besten, im Frühling und Herbst geht es ruhiger zu, und der Winter gehört dem Ski- und Langlauf. Die Nebensaison bietet mehr Ruhe, bringt aber das Risiko mit sich, dass einzelne Plätze schon geschlossen sind.
Zelt, Wohnmobil oder Mietunterkunft: Welche Art passt?
Zeltwiesen und Naturplätze sind für Zelt-Camper gedacht, Komfortplätze mit Strom, Wasser und Abwasser für Wohnmobile und Wohnwagen. Mit Dachzelt oder Zeltanhänger fragt man bei der Buchung nach der passenden Kategorie, der Platz am Höllensteinsee nennt Dachzelte ausdrücklich. Einsteiger ohne eigene Ausrüstung finden Mietunterkünfte wie Schlaffässer, Mietwohnwagen und Lodges.
Ruhe finden Camper am ehesten auf kleinen Naturplätzen. Familien profitieren von Spielplatz und Streichelzoo, wie sie das Camping Resort Bayerwald in Waldkirchen bietet, und wer Wellness verbinden will, wählt das Resort in Bodenmais.
Wildcampen im Bayerischen Wald: Ist das erlaubt?
Nein, Wildcampen ist im Bayerischen Wald nicht erlaubt. Das bayerische Betretungsrecht deckt das Betreten der freien Natur, nicht aber das Aufstellen von Zelt oder Wohnwagen, und im Nationalpark gilt zusätzlich ein Übernachtungsverbot. Legal übernachtet man nur auf Campingplätzen oder den ausgewiesenen Stellplätzen am Rand des Nationalparks. Rechtslage und Regeln können sich ändern, aktuelle Informationen geben Gemeinde und Nationalparkverwaltung.
Rechtslage in Bayern: Zelten und Übernachten im Freien
Nach Art. 27 BayNatSchG darf jeder die freie Natur ohne Genehmigung betreten. Das umfasst Wandern und Erholen, nicht aber Zelte, Wohnwagen oder Biwak, wie das Umweltministerium auf Naturerlebnis Bayern erläutert. Dafür braucht man die Zustimmung des Grundstücksberechtigten, die ebenso für Feuer und Grill gilt.
In Nationalparks, Naturschutzgebieten und Wasserschutzgebieten sind Zelten und Biwakieren grundsätzlich verboten. In Landschaftsschutzgebieten kommt neben der Zustimmung des Eigentümers in der Regel eine Erlaubnis der Kreisverwaltungsbehörde hinzu. Als Ausnahme gilt das Not-Biwak mit triftigem Grund, etwa bei Verletzung, plötzlichem Wetterumschwung oder einbrechender Dunkelheit, nicht aber die geplante Nacht im Freien.
Beim Wohnmobil auf Parkplätzen ist Zurückhaltung angebracht. Eine kurze Übernachtung dient nach verbreiteter Auslegung der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit, wer dagegen Stühle und Grill aufbaut, zeigt Camping-Verhalten, das dort nicht vorgesehen ist. Ob vor Ort zusätzlich Übernachtungsverbote gelten, zeigen Beschilderung und Gemeindeverordnung.
Legale Alternativen: Stellplätze am Nationalpark
In Scheuereck unterhalb des Großen Falkensteins gibt es laut Nationalparkverwaltung je vier Stellplätze für Wohnmobile und Zelte. Sie sind kostenlos, nutzbar vom 1. April bis zum 15. November und auf höchstens zwei Nächte begrenzt. Vorhanden sind ein einfaches WC und ein Wasseranschluss, Ver- und Entsorgung sowie Strom fehlen. Zur Anmeldung weichen die Angaben der Quellen voneinander ab, ein Anruf beim Haus zur Wildnis vorab schafft Klarheit.
Am Nationalparkzentrum Falkenstein in Ludwigsthal bieten fünf Wohnmobilstellplätze auf dem Großparkplatz ebenfalls zwei Nächte in Folge, das Ticket löst man am Automaten, geöffnet ist vom 1. April bis 15. November. Auf beiden Anlagen sind Feuer, Rauchen und offenes Licht verboten, Vorzelte und Camping-Duschen dürfen nicht aufgebaut werden, und der Müll geht wieder mit. Weitere Plätze in der Umgebung führt die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald auf.
Bayerischer Wald: Campingplätze für jeden Camper-Typ
Die folgende Auswahl ordnet die Campingplätze im Bayerischen Wald nach Camper-Typ und gibt den Stand 2026 wieder. Öffnungszeiten sind teils saisonal und können sich ändern, daher prüft man vor der Buchung Zeiten und Ausstattung auf der Website des Platzes.
Campingplatz Bayerischer Wald: Ganzjährig geöffnete Plätze
Das Camping Resort Bodenmais am Fuß des Silberbergs hat 139 Stellplätze mit Strom, Wasser, Abwasser und WLAN, in Verzeichnissen sind Größen von 70 bis 165 Quadratmetern genannt. Zum Resort gehören ein beheizter Infinity-Skypool, eine Saunawelt, eine Hundewiese mit Hundedusche und ein Restaurant. Der Platz ist ganzjährig geöffnet, legt aber jährlich eine Wartungspause ein, die laut Platzordnung 2025 vom 30. November bis zum 25. Dezember dauerte. Den Termin für 2026 sollte man vorab erfragen. Der Platz passt zu Wellness-Campern und Familien.
Das Camping Resort Bayerwald in Waldkirchen ist ebenfalls ganzjährig geöffnet und bietet Komfort- und Premiumplätze, einen Naturbadeteich, einen Streichelzoo und das Restaurant zum Sepp. Bei den Mietunterkünften lassen sich von November bis März Außendusche und Outdoor-Küche nicht nutzen, auf dem gesamten Gelände ist offenes Feuer verboten. Der Platz eignet sich für Familien und Winter-Camper.
Natur und Camping im Nationalpark in Spiegelau ist ganzjährig geöffnet. Von den rund 70 Stellplätzen sind 30 für Urlauber vorgesehen, dazu kommt ein 700 Quadratmeter großer Zeltplatz. Der Platz hat CEE-Strom, Gasanschluss, WLAN, einen Lagerfeuerplatz und Hunde sind erlaubt, Loipen liegen in der Nähe. Er passt zu Nationalpark-Wanderern. Eine Übersicht weiterer Plätze bieten die Ganzjahres-Campingplätze.
Campingplätze am Wasser: Höllensteinsee und Hohenwarth
Wer Camping im Bayerischen Wald mit See sucht, findet am Höllensteinsee bei Viechtach rund 150 Stellplätze, von denen viele direkt am Wasser liegen. Alle Stellplätze haben Strom, und vor Ort lassen sich unter anderem Ruderboote, SUP-Boards und Kanus leihen. Die Saison 2026 läuft vom 30. April bis zum 4. Oktober, danach macht der Platz Winterpause.
Der Campingplatz Hohenwarth im Lamer Winkel liegt an einem eigenen Freizeitsee, der Schwimmen, Angeln und Bootfahren ermöglicht, bei schlechtem Wetter steht ein Hallenbad mit Sauna bereit. Nach camping.info ist der Platz vom 1. Januar bis 3. November und vom 10. Dezember bis 31. Dezember geöffnet, verbindlich ist die Auskunft des Platzes. Beide Plätze sprechen Familien, Paare und Angler an. Baden, Angeln und Bootfahren sind dabei nur in den ausgewiesenen oder genehmigten Bereichen vorgesehen, und für das Angeln braucht man die erforderlichen Erlaubnisse.
Naturnah und ruhig: Schnitzmühle, Perlbach und Bauernhof
Das Adventure Camp Schnitzmühle in Viechtach liegt auf zwei Hektar direkt am Schwarzen Regen. Neben rund 63 Stellplätzen gibt es eine Zeltwiese unter Bäumen, Kanutouren starten vom Fluss aus, ergänzt durch Sauna und Camp-Laden. Es spricht Camper an, die Atmosphäre suchen.
Der Naturcampingplatz Perlbach bei Sankt Englmar ist mit 22 Stellplätzen am Waldrand klein und ganzjährig geöffnet, ein Gasthaus und eine Sauna gehören dazu, das Skigebiet liegt in der Nähe. Der Ferienhof Schiermeier in Thyrnau-Kelchham stellt 40 Stellplätze am Hofrand bereit, Tiere und Panoramablick machen ihn zum Tipp für Familien mit Kindern.
Aktivitäten: Wandern, Boot fahren und Skifahren
Viele Plätze haben direkten Zugang zum Wander-, Rad- und Loipennetz, sodass der Tag oft am Zelt oder Wohnmobil beginnt. Im Sommer stehen Gipfel und Seen im Mittelpunkt, im Winter die Pisten und Loipen.
Wandern und Radfahren rund um Arber, Lusen und Rachel
Beliebte Gipfelziele sind der Große Arber, der Lusen, der Rachel und der Große Falkenstein. Fernwanderer nutzen den Goldsteig oder den Ilztalwanderweg. Radfahrer starten ab Hohenwarth auf dem Lamer-Winkel-Radweg, in Waldkirchen bietet der Platz E-Bikes zum Leihen. Im Nationalpark ist Radfahren nur auf markierten Radwegen und öffentlichen Straßen erlaubt.
Lange Tourentage haben einen eigenen Strombedarf, denn Handy-GPS, Kamera und E-Bike-Akku wollen abends wieder voll werden. Wie viel das ausmacht, zeigt der Abschnitt zur Ausrüstung weiter unten.
Wasseraktivitäten: Rudern, Paddeln und Baden
Am Höllensteinsee stehen Rudern und SUP auf dem Programm, am Freizeitsee in Hohenwarth Schwimmen, Angeln und Bootfahren, auf dem Schwarzen Regen bei der Schnitzmühle Kanufahren. Alle diese Aktivitäten sind nur in dafür ausgewiesenen oder genehmigten Bereichen vorgesehen und müssen den jeweiligen Regeln und Sicherheitsvorgaben folgen. Angelkarten sind je Platz unterschiedlich erhältlich, außerdem braucht man in Bayern einen gültigen Fischereischein und in der Regel einen Erlaubnisschein für das Gewässer.
Wintercamping: Skifahren, Langlauf und Schneeschuhwandern
Zu den Skigebieten zählen der Große Arber mit rund 12 Pistenkilometern und Sankt Englmar, das nach Skiportalen zwölf Lifte und ebenfalls rund zwölf Pistenkilometer hat. In Bodenmais bietet der Silberberg familienfreundliche Abfahrten. Loipen führen an mehreren Orten vorbei, ein Skibus in Bodenmais entlastet das Auto, und einzelne Plätze haben Ski- und Trockenräume.
Schneeschuhwandern im Nationalpark ist nur auf markierten Wegen erlaubt, dort gilt das Wegegebot zum Schutz des Auerhuhns. Lift- und Loipenbetrieb hängen vom Schnee ab, aktuelle Informationen gibt es bei den Betreibern.
Sehenswürdigkeiten im Bayerischen Wald: Diese Ziele lohnen sich
Die Auswahl richtet sich nach der Nähe zu den vorgestellten Campingplätzen. Viele Ziele lassen sich in einem halben Tag erreichen und eignen sich ebenso für Regentage.
Nationalpark: Baumwipfelpfad, Tier-Freigelände und Lusen
Der Baumwipfelpfad in Neuschönau ist 1.300 Meter lang und führt in 8 bis 25 Metern Höhe durch den Wald, ein Aussichtsturm reicht bis 44 Meter. Das Tier-Freigelände an den Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein zeigt heimische Wildtiere. Der Lusen und der Rachel sind die bekanntesten Wanderziele des Nationalparks.
Großer Arber, Silberberg und Rißlochwasserfälle
Vom Großen Arber reicht der Blick weit über den Wald, am Fuß liegt der Arbersee. In Bodenmais gibt es am Silberberg ein Besucherbergwerk, eine Sommerrodelbahn und einen Klettergarten. Die Rißlochwasserfälle, die Burg Falkenstein, das Schloss Egg und die Glasdörfer ergänzen das Programm.
Ausflugstipps für Regentage
Bei Regen lohnen das Besucherbergwerk in Bodenmais, das Glasmuseum in Frauenau und das Freilichtmuseum in Finsterau. Dazu kommen die Therme AQACUR in Bad Kötzting und die Hallenbäder der Region.
Bayerischer Wald Camping: Diese Regeln gelten 2026
Der Nationalpark stellt strengere Anforderungen als die Platzordnungen, und auch die Plätze selbst regeln vieles unterschiedlich. Regeln und Öffnungszeiten können sich ändern, aktuelle Informationen liefern die Nationalparkverwaltung und die Platzbetreiber.
Nationalpark: Übernachtungsverbot und Wegegebot
Übernachten ist im Nationalpark laut Nationalparkverordnung grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten für die bewirtschafteten Schutzhütten am Lusen und am Großen Falkenstein sowie für die ausgewiesenen Stellplätze am Rand. Verstöße gegen das Verbot können zur Anzeige führen.
Auf rund 45 Prozent der Fläche, vor allem in Hochlagen und Mooren, gilt laut FAQ der Nationalparkverwaltung ein Wegegebot. Vom 15. Juli bis 15. November dürfen dort auch die sonstigen Wege und Steige begangen werden. Drohnenaufnahmen sind im gesamten Nationalpark verboten.
Feuer, Grillen und Nachtruhe auf dem Platz
Auf den Stellplätzen am Nationalpark sind Feuer, Rauchen und offenes Licht verboten. Die Plätze regeln das Grillen unterschiedlich. Hohenwarth erlaubt Gas- und Elektrogrills, aber keine Holzkohle, und die Schranke bleibt von 13 bis 15 Uhr sowie von 22 bis 7 Uhr geschlossen. Das Camping Resort Bayerwald untersagt offenes Feuer auf dem gesamten Gelände, im Adventure Camp Schnitzmühle sorgt im Winter eine Feuer-Lounge mit Kamin für Wärme.
Außerhalb von Plätzen gilt in Bayern nach Art. 17 BayWaldG, dass ein offenes Feuer im Wald oder weniger als 100 Meter davon eine Erlaubnis braucht, und dass das Rauchen im Wald vom 1. März bis 31. Oktober verboten ist. Auch sonst braucht man die Zustimmung des Grundstücksberechtigten. Müll nimmt man wieder mit, und der Elektrogrill ist dort, wo er erlaubt ist, die einfachste Alternative.
Hunde auf Campingplatz und im Nationalpark
Wer Bayerischer Wald Camping mit Hund plant, sollte die Regeln beider Ebenen kennen. Im Nationalpark dürfen Hunde nicht frei laufen, an der Leine zu führen sind sie, sobald sie nicht zuverlässig bei Fuß gehen. In die begehbaren Gehege der Tier-Freigelände, ins Hans-Eisenmann-Haus, in den unteren Bereich des Hauses zur Wildnis und auf den Baumwipfelpfad dürfen sie nicht, das Tier-Freigelände selbst ist mit Leine erlaubt.
Die Plätze unterscheiden sich. Bodenmais bietet Hundewiese und Hundedusche, erlaubt zwei Hunde je Stellplatz, Hohenwarth hat eine Hundewiese und verlangt die kurze Leine. Am Höllensteinsee gibt es ausgewiesene Hundebereiche, auf dem Gelände gilt Leinenpflicht, nur der Hundeplatz ist davon ausgenommen, und an der Badestelle sind Hunde nicht erlaubt. Spiegelau gilt als hundefreundlich. In Mietunterkünften sind Hunde teils nicht erlaubt, so in den Ferienapartments am Höllensteinsee und in Hohenwarth, bei Schlaffässern fragt man vorab an. Einen Hund lässt man nie unbeaufsichtigt im geschlossenen Fahrzeug.
Camping-Ausrüstung für den Bayerischen Wald
Das Wetter wechselt in den Höhenlagen schnell, und die Nächte im Wald sind feucht. Die Ausrüstung hängt stark davon ab, ob man im Zelt, im Wohnmobil oder im Wohnwagen schläft und in welcher Jahreszeit man fährt.
Packliste für Zelt, Wohnmobil und Wohnwagen
Im Zelt zählen ein Schlafsack passend zur Nachttemperatur, eine Isomatte und ein wetterfestes Zelt. Wohnmobil und Wohnwagen brauchen eine Heizmöglichkeit, ein Vorzelt und eine Kühlbox. Für alle gehören Regenkleidung, feste Schuhe, Offline-Karten, Insektenschutz und eine LED-Stirnlampe ins Gepäck, denn offenes Licht ist auf den Nationalpark-Stellplätzen verboten. Im Winter kommen ein Winterschlafsack und eine Heizdecke dazu.
Strom im Wald: Landstrom, Kälte und Aktivitätsbedarf
Landstrom gibt es nicht überall, und wo er angeboten wird, rechnen Plätze ihn meist nach Kilowattstunden ab. Die Nationalpark-Stellplätze haben WC und Wasser, aber keinen genannten Strom. Bei Kälte verlieren die Akkus von Handy, Kamera, Action-Cam und E-Bike schneller Ladung. Geräte lagert man daher körpernah oder im Fahrzeug.
Für die Planung helfen Richtwerte. Ein Smartphone braucht pro Ladung etwa 10 bis 15 Wh, ein Laptop 45 bis 90 Wh, eine Campinglampe rund 5 Wh pro Stunde, und eine Kompressor-Kühlbox zieht etwa 40 bis 60 W. Eine Powerstation ergänzt den Landstrom, sie ersetzt aber keine Heizung.
Powerstation fürs Camping im Bayerischen Wald: 2 Setups
EcoFlow bietet für zwei unterschiedliche Camping-Stile je ein Setup an. Die Auswahl richtet sich nach Wattstunden und Aufenthaltsdauer, die Leistung in Watt ist zweitrangig, solange sie für die Geräte reicht. Zum Zelt oder Auto-Camping ohne Strom passt ein kompaktes System mit Solarpanels, für lange Aufenthalte und den Winter ein erweiterbares.
DELTA 3 Classic + 2 flexible 100W Solarpanels
Ein Beispiel ist der Platz in Scheuereck, zwei Nächte ohne Strom, offenes Licht und Feuer verboten. LED-Licht, Kühlbox, Handy und GPS laufen dann aus der Powerstation. Die Rechnung nimmt Richtwerte für die Geräte an, tatsächliche Werte weichen ab:
Gerät | Annahme | Verbrauch pro Tag |
Kompressor-Kühlbox | 50 W Nennleistung, Kompressor läuft etwa 40 % von 24 Stunden | 480 Wh |
LED-Campinglampe | 5 W, 5 Stunden | 25 Wh |
2 Smartphones inkl. GPS | je etwa 12 Wh pro Ladung | 24 Wh |
Kamera- oder Action-Cam-Akku | etwa 15 Wh | 15 Wh |
Summe | / | 544 Wh |
Für zwei Tage ergibt sich ein Bedarf von 1.088 Wh. Die DELTA 3 Classic + 100W Flexibles Solarpanel x 2 verfügt über 1.024 Wh Speicherkapazität. Für eine überschlägige Planung kann ein konservativer Nutzungsfaktor von 85 % angesetzt werden, der typische Verluste bei der Umwandlung und Leistungsabgabe berücksichtigt. Damit stehen rechnerisch rund 870 Wh nutzbare Energie zur Verfügung. Es bleibt eine Lücke von rund 220 Wh. Zwei 100-W-Panels können bei zwei Stunden tatsächlicher Volllast rechnerisch bis zu 400 Wh zusätzlich liefern und diese Differenz damit mehr als ausgleichen.
Die Station liefert 1.800 W AC-Ausgangsleistung und bis zu 3.600 W Spitzenleistung, wiegt rund 12,1 Kilogramm und bleibt bei einer Last von bis zu 600 W unter 30 dB. Über AC lädt sie in 45 Minuten auf 80 %, der Solareingang unterstützt eine Eingangsleistung von bis zu 500 W. Die Entladetemperatur liegt bei -10 bis 45 °C, die Ladetemperatur bei 0 bis 45 °C.
Die Panels wiegen je rund 2,3 Kilogramm und sind nach IP68 geschützt. Sie lassen sich auf dem Fahrzeugdach befestigen oder an einer sonnigen Stelle auslegen, im Waldschatten bringen sie wenig, und auf den Nationalpark-Stellplätzen gilt die Platzordnung. Die Classic hat keinen 12-V-Kfz-Ausgang, den die DELTA 3 besitzt, 12-V-Geräte laufen über ihr Netzteil an der Steckdose oder über USB. Mit den tragbaren Solarpanels von EcoFlow lässt sich die Ladung unterwegs ergänzen.
Die Panels wiegen je rund 2,3 Kilogramm und sind nach IP68 geschützt. Sie lassen sich auf dem Fahrzeugdach befestigen oder an einer sonnigen Stelle auslegen. Im Waldschatten fällt die Ausbeute deutlich geringer aus; auf den Nationalpark-Stellplätzen ist zudem die jeweilige Platzordnung zu beachten. Die DELTA 3 Classic verfügt über keinen 12-V-Kfz-Ausgang. 12-V-Geräte benötigen daher ein passendes Netzteil oder einen entsprechenden Adapter. Mit den tragbaren Solarpanels von EcoFlow lässt sich die Ladung unterwegs ergänzen.
DELTA 3 + DELTA 3 EB für Wintercamping und lange Aufenthalte
Im Winter sieht der Alltag anders aus. Man verbringt eine Woche im Wohnmobil auf einem ganzjährig geöffneten Platz, abends nach dem Skitag laden Smartphone und Action-Cam, das Licht brennt länger und eine Heizdecke läuft. Das Tagesbudget in Wh sieht unter diesen Annahmen so aus:
Gerät | Annahme | Verbrauch pro Tag |
Heizdecke | 60 W, 4 Stunden | 240 Wh |
LED-Beleuchtung | 5 W, 8 Stunden | 40 Wh |
2 Smartphones | je etwa 12 Wh pro Ladung | 24 Wh |
Action-Cam- und Kamera-Akku | etwa 20 Wh | 20 Wh |
Summe | / | 324 Wh |
Ehrlich eingeordnet leert ein 1.800-W-Heizlüfter eine Powerstation mit 2.048 Wh rechnerisch in etwas mehr als einer Stunde. Die Powerstation ersetzt daher keine Heizung, sondern versorgt Heizdecke und Kleinverbraucher. Die DELTA 3 + DELTA 3 EB kombiniert 1.024 Wh mit einer zusätzlichen DELTA 3 Batterie von weiteren 1.024 Wh zu insgesamt 2.048 Wh. Für eine überschlägige Planung kann auch hier ein konservativer Nutzungsfaktor von 85 % angesetzt werden. Damit entsprechen die 2.048 Wh rechnerisch rund 1.740 Wh nutzbarer Energie. Das reicht bei einem Tagesbedarf von 324 Wh für gut fünf Tage, bei einem Kälteaufschlag von 25 % auf rund 405 Wh pro Tag für gut vier Tage.
Der AC-Eingang unterstützt bis zu 1.500 W. Die vom Hersteller angegebene Ladezeit von 56 Minuten bezieht sich auf die 1.024-Wh-Basisstation; mit angeschlossener Zusatzbatterie kann die tatsächliche Ladezeit entsprechend länger ausfallen. Die Station liefert 1.800 W AC-Ausgangsleistung und bis zu 3.600 W Spitzenleistung, verfügt über einen 12-V-Kfz-Ausgang, ein Batteriepack mit IP65-Schutz, bis zu 4.000 Ladezyklen bis 80 % Kapazität und eine USV-Umschaltzeit von unter 10 Millisekunden. Die Garantie beträgt 5 Jahre. Im Winter sollte die Station entsprechend den im Datenblatt angegebenen Temperaturgrenzen geschützt und betrieben werden.
Fazit: Camping im Bayerischen Wald gut vorbereitet
Wildcampen ist nicht erlaubt, die Nationalpark-Stellplätze sind auf zwei Nächte begrenzt, und ganzjährig geöffnet sind nur ausgewählte Plätze wie die Resorts in Bodenmais und Waldkirchen oder der Platz in Spiegelau. Für Fluss und See ist die Saison von Ende April bis Anfang Oktober einzuplanen.
Bei der Stromversorgung hilft eine Schwelle. Ein Kurztrip bis zu zwei Nächten kommt mit rund 1 kWh aus, eine Winterwoche im Wohnmobil eher mit 2 kWh und einer Nachladung am Landstrom. Bei einer Anreise im November ist zudem zu beachten, dass die Nationalpark-Stellplätze nur bis zum 15. November nutzbar sind.
FAQ
Ist Wildcampen im Bayerischen Wald erlaubt?
Nein. Das Betretungsrecht in Bayern deckt kein Zelten und kein Aufstellen von Wohnwagen, dafür ist die Zustimmung des Grundstücksberechtigten nötig. In Nationalparks und Naturschutzgebieten sind Zelten und Biwakieren grundsätzlich verboten.
Kann man im Nationalpark Bayerischer Wald campen?
Übernachten ist im Nationalpark grundsätzlich verboten. Erlaubt sind die ausgewiesenen Stellplätze am Rand, etwa in Scheuereck für Zelte und Wohnmobile und in Ludwigsthal für Wohnmobile, jeweils für höchstens zwei Nächte zwischen 1. April und 15. November.
Welche Campingplätze im Bayerischen Wald sind im Winter geöffnet?
Ganzjährig geöffnet sind laut ihren Angaben das Camping Resort Bodenmais mit einer jährlichen Wartungspause, das Camping Resort Bayerwald in Waldkirchen, der Platz in Spiegelau und der Naturcampingplatz Perlbach. Weil im Winter Akkus schneller leer werden, hilft eine Reserve wie die DELTA 3 mit Zusatzbatterie von EcoFlow.
Gibt es Campingplätze im Bayerischen Wald mit See?
Ja, etwa den Campingplatz Höllensteinsee bei Viechtach mit Stellplätzen direkt am See und den Campingplatz Hohenwarth mit eigenem Freizeitsee im Lamer Winkel. Baden, Angeln und Bootfahren sind nur in ausgewiesenen Bereichen erlaubt.
Darf man im Bayerischen Wald mit Hund campen?
Ja, viele Plätze erlauben Hunde, darunter Bodenmais, Hohenwarth, Höllensteinsee und Spiegelau, teils mit Leinenpflicht und nicht in allen Mietunterkünften. Im Nationalpark dürfen Hunde nicht frei laufen.
Wann ist die beste Reisezeit für Camping im Bayerischen Wald?
Zum Wandern eignen sich Juni bis August, Frühling und Herbst sind ruhiger, und im Winter stehen Ski und Langlauf im Vordergrund. Die meisten Plätze öffnen aber erst Ende April oder im Mai, ganzjährig geöffnet sind nur wenige.
Welche Powerstation eignet sich fürs Camping im Bayerischen Wald?
Für ein bis zwei Nächte genügt eine Station mit rund 1 kWh wie die DELTA 3 Classic von EcoFlow, ergänzt um zwei flexible Solarpanels. Für lange Aufenthalte und Wintercamping empfiehlt sich die DELTA 3 mit Zusatzbatterie und 2.048 Wh. Ausschlaggebend ist der Tagesbedarf in Wh, im Beispiel 544 Wh im Sommer und 324 Wh im Winter.