PV-Ertrag Tabelle: Monatliche & jährliche Werte pro kWp
10 kWp auf dem Dach, und am Jahresende stehen rund 10.000 Kilowattstunden auf dem Zähler. So lautet die grobe Faustregel, und sie stimmt erstaunlich oft. Wer eine Solaranlage plant, will aber genauer wissen, was die eigene Anlage am eigenen Standort wirklich liefert. Die Antwort steckt in einer einzigen Kennzahl: dem PV-Ertrag in Kilowattstunden pro Kilowattpeak.
Wie viel davon kommt im Dezember an, wenn man den Strom am dringendsten bräuchte? Wie groß ist der Unterschied zwischen einem Dach in Freiburg und einem in Kiel? Und wie rechnet man den eigenen Ertrag überschlägig selbst aus, ohne gleich einen Gutachter zu bezahlen? Der Ertrag schwankt stark nach Standort, Anlagengröße, Monat und Jahreszeit, und genau deshalb helfen Richtwerte bei der ersten Einschätzung.
Die folgenden Tabellen liefern diese Richtwerte für Jahr, Monat und Saison, dazu die Einflussfaktoren, eine einfache Berechnung und den Punkt, an dem sich am meisten herausholen lässt: der Eigenverbrauch. Wer ohne großes Dach einsteigen will, findet die Technik auch im kleinen Format als Balkonkraftwerk mit Speicher.

Was bedeutet der PV-Ertrag pro kWp?
Zwei Einheiten werden hier gern verwechselt, dabei meinen sie etwas ganz Unterschiedliches. Wer den Unterschied einmal verstanden hat, liest jede Ertragstabelle richtig.
Kilowattpeak (kWp) beschreibt die Leistung der Anlage, also das, was die Module unter genormten Testbedingungen maximal hergeben. Kilowattstunden (kWh) sind dagegen die tatsächlich erzeugte Strommenge über einen Zeitraum. Der spezifische PV-Ertrag verbindet beides: Er gibt an, wie viele Kilowattstunden eine Anlage pro installiertem Kilowattpeak und Jahr produziert, also kWh/kWp. Damit lassen sich Anlagen unterschiedlicher Größe und an unterschiedlichen Standorten überhaupt erst vergleichen.
Warum diese Zahl beim Planen so nützlich ist? Sie übersetzt direkt zwischen Strombedarf und Anlagengröße. Wer rund 4.000 kWh im Jahr verbraucht und mit etwa 1.000 kWh/kWp rechnet, sieht sofort, dass dafür grob 4 kWp Modulleistung nötig wären, um den Bedarf rechnerisch zu decken. Genauso lassen sich die Erträge zweier Angebote vergleichen, selbst wenn die Anlagen verschieden groß sind.
PV-Ertrag Tabelle: Jahreswerte pro kWp nach Region
Deutschlandweit liegt der spezifische Ertrag im langjährigen Mittel bei rund 850 bis 1.150 kWh pro kWp und Jahr. Den Unterschied macht vor allem die Globalstrahlung, die von Norden nach Süden zunimmt. Der Nord-Süd-Gradient liegt bei etwa 15 bis 20 Prozent. Die folgende Tabelle zeigt, in welcher Spanne der eigene Standort grob liegt:
Großregion | Spezifischer Ertrag (kWh/kWp/Jahr) | Beispiele |
Süddeutschland | 1.050 - 1.160 | Bayern, Baden-Württemberg, Saarland |
Mitteldeutschland | 950 - 1.050 | Hessen, Thüringen, Sachsen |
Norddeutschland | 900 - 970 | Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen |
Ein praktischer Hinweis zur Einordnung: 2025 war ein außergewöhnlich strahlungsreiches Jahr, viele Anlagen lagen am oberen Rand dieser Spannen oder darüber. Für eine ehrliche Kalkulation über 20 Jahre rechnet man besser mit dem langjährigen Mittel, also eher 950 bis 1.050 kWh/kWp am durchschnittlichen Standort, und nicht mit den Spitzenwerten eines Rekordjahres.
PV-Ertrag nach Anlagengröße (3 bis 30 kWp)
Welche Anlagengröße sinnvoll ist, hängt am Stromverbrauch des Haushalts, nicht an der verfügbaren Dachfläche allein. Die folgende Übersicht rechnet mit einem mittleren spezifischen Ertrag von rund 1.000 kWh/kWp und zeigt die typischen Jahres-Spannen:
Anlagengröße | Jahresertrag (kWh, Spanne) | Passend für |
3 kWp | 2.700 - 3.450 | Kleiner Haushalt, 1 - 2 Personen |
5 kWp | 4.500 - 5.750 | Haushalt mit 1 - 3 Personen |
8 kWp | 7.200 - 9.200 | Familie mit moderatem Verbrauch |
10 kWp | 9.000 - 11.500 | 3 - 5 Personen, auch mit Wärmepumpe oder E-Auto |
15 kWp | 13.500 - 17.250 | Hoher Bedarf, mehrere Großverbraucher |
Kleine Anlagen reichen für ein bis drei Personen ohne große Stromfresser. Sobald eine Wärmepumpe oder ein E-Auto dazukommt, lohnt die größere Auslegung, weil der Jahresverbrauch dann schnell über 6.000 kWh klettert.
PV-Ertrag Tabelle monatlich: Verteilung übers Jahr
Der Jahresertrag verteilt sich alles andere als gleichmäßig. Ein einzelner Sommermonat liefert ein Vielfaches eines Wintermonats. Rund 70 Prozent des Jahresertrags fallen zwischen April und September an, der Juni ist meist der stärkste, der Dezember der schwächste Monat. Die folgende Tabelle macht die Ertragskurve greifbar, gerechnet auf eine Anlage mit 1.000 kWh/kWp im Jahr:
Monat | Ertrag (kWh/kWp) | Monat | Ertrag (kWh/kWp) |
Januar | ca. 20 | Juli | ca. 125 |
Februar | ca. 35 | August | ca. 110 |
März | ca. 75 | September | ca. 85 |
April | ca. 110 | Oktober | ca. 55 |
Mai | ca. 130 | November | ca. 25 |
Juni | ca. 135 | Dezember | ca. 15 |
Gut zu erkennen: ein flacher Anstieg im Frühjahr, ein Plateau von Mai bis Juli und ein deutlicher Abfall ab dem Herbst. Wer im Dezember auf rund ein Zehntel des Juni-Ertrags kommt, plant Heizstrom oder Wärmepumpe im Winter besser nicht allein auf die eigene Sonne.
PV-Ertrag Tabelle nach Jahreszeiten
Fasst man die Monate zu Jahreszeiten zusammen, wird der Hebel für die Speicherentscheidung sichtbar: Das Sommerhalbjahr trägt den Löwenanteil.
Jahreszeit | Anteil am Jahresertrag | Ertrag (kWh/kWp) |
Frühling (Mär - Mai) | ca. 30 % | ca. 315 |
Sommer (Jun - Aug) | ca. 37 % | ca. 370 |
Herbst (Sep - Nov) | ca. 17 % | ca. 165 |
Winter (Dez - Feb) | ca. 7 % | ca. 70 |
Frühling und Sommer zusammen liefern grob zwei Drittel bis drei Viertel des Jahresertrags. Genau dieser Überschuss in der warmen Jahreshälfte ist der Grund, warum sich ein Speicher überhaupt rechnet: Er verschiebt Strom von der Mittagsspitze in den Abend, statt ihn für wenig Geld einzuspeisen.
PV-Ertrag im Winter: Tabelle und Erwartungswerte
Im Winter wird die Erzeugung nicht nur kleiner, sondern auch kürzer. Eine 10-kWp-Anlage kommt an einem klaren Wintertag oft nur auf etwa 5 bis 10 kWh, und das in einem schmalen Fenster um die Mittagszeit. Die Werte für Winter im Tagesverlauf:
Uhrzeit (klarer Wintertag) | Leistung (10 kWp) | Hinweis |
8 - 9 Uhr | fast 0 kW | Sonne steht zu tief |
10 - 11 Uhr | 1 - 2 kW | Erzeugung beginnt |
12 - 13 Uhr | 2 - 3 kW | Tagesmaximum |
14 - 15 Uhr | 1 - 2 kW | fällt schon wieder |
ab 16 Uhr | fast 0 kW | Dämmerung |
Gerade im Winter zählt jede gespeicherte Kilowattstunde doppelt, weil so wenig davon zusammenkommt und der Verbrauch gleichzeitig hoch ist. Wer den Mittagsertrag in den dunklen Abend retten kann, holt aus den wenigen Sonnenstunden das Maximum heraus. Damit ist der Speicher kein Luxus, sondern in der kalten Jahreszeit der Hebel schlechthin.
Was beeinflusst den PV-Ertrag?
Die Tabellenwerte gelten für gute Bedingungen. In der Praxis entscheiden ein paar Faktoren darüber, ob die eigene Anlage am oberen oder unteren Rand der Spanne landet.
Standort, Ausrichtung und Dachneigung
Die Globalstrahlung steigt nach Süden, das erklärt den Großteil des regionalen Unterschieds. Bei der eigenen Anlage zählt die Ausrichtung: Ein Süddach ist ideal, eine Ost-West-Ausrichtung kostet grob 15 bis 20 Prozent Jahresertrag. Dafür verteilt sie die Erzeugung gleichmäßiger auf Vormittag und Abend, was den Eigenverbrauch erhöht und für viele Haushalte unterm Strich attraktiver ist als die reine Maximalausbeute. Die günstigste Neigung liegt bei etwa 30 bis 35 Grad.
Verschattung, Modulqualität und Temperatur
Verschattung ist der größte vermeidbare Verlust, ein einziger Baum oder Schornstein kann einen ganzen Strang ausbremsen. Hochwertige Module und ein passend dimensionierter Wechselrichter holen über die Jahre mehr heraus als der letzte Euro Ersparnis beim Einkauf. Hitze senkt paradoxerweise den Wirkungsgrad: An sehr heißen Tagen liefern Module etwas weniger als an kühlen, sonnigen. Und Verschmutzung durch Staub oder Pollen kostet ein paar Prozent, die eine gelegentliche Reinigung zurückholt.
PV-Ertrag berechnen: Formel und Beispiel
Für eine erste Hausnummer braucht es keinen Gutachter, eine einfache Formel reicht. Genauer wird es danach mit einem Online-Rechner.
Faustformel zum PV-Ertrag berechnen
Die Grundformel lautet: installierte Leistung in kWp mal spezifischer Ertrag in kWh/kWp mal Ausrichtungsfaktor ergibt den Jahresertrag. Den spezifischen Ertrag nimmt man aus der Regionentabelle oben, den Ausrichtungsfaktor aus dieser Übersicht:
Ausrichtung | Faktor (grob) |
Süd | 1,00 |
Südost / Südwest | 0,95 |
Ost / West | 0,80 - 0,85 |
Nord | 0,60 - 0,75 |
Ein Beispiel: Eine 8-kWp-Anlage in Mitteldeutschland (rund 1.000 kWh/kWp) auf einem nach Westen geneigten Dach (Faktor 0,85) kommt rechnerisch auf 8 × 1.000 × 0,85, also etwa 6.800 kWh im Jahr. Das ist eine grobe Orientierung, kein Versprechen, reicht aber, um die Größenordnung einzuschätzen.
Genauer rechnen mit Online-Tools
Für standortgenaue Werte berücksichtigt ein Ertragsrechner die konkrete Verschattung, die Dachneigung und die üblichen Systemverluste von rund 14 Prozent. Wer es genau wissen will, gibt seine Adresse in ein Tool wie das von PVGIS oder den Deutschen Wetterdienst ein. EcoFlow stellt für die schnelle Abschätzung einen eigenen Ertragsrechner bereit, der besonders für Balkonkraftwerke und kleinere Systeme die zu erwartenden Werte ausgibt.
Eigenverbrauch steigern: mehr vom PV-Ertrag nutzen
Der höchste Ertrag nützt wenig, wenn er zur falschen Zeit anfällt. Genau hier liegt der eigentliche Hebel, und er entscheidet stärker über die Wirtschaftlichkeit als die letzten Prozent Ertrag.
Warum Eigenverbrauch wichtiger ist als reiner Ertrag
Produktion und Verbrauch fallen zeitlich auseinander. Die Anlage liefert mittags am meisten, wenn oft niemand zu Hause ist. Abends, wenn Herd, Licht und Fernseher laufen, steht die Sonne tief oder gar nicht mehr. Ohne Speicher landet deshalb ein Großteil des Stroms im Netz, vergütet mit wenigen Cent, während man abends teuren Netzstrom zukauft.
Ein Speicher dreht dieses Verhältnis um. Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote häufig nur bei rund 30 Prozent. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt sie laut co2online im Schnitt auf 50 bis 70 Prozent. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Netzpreis, nicht nur die magere Einspeisevergütung, und genau daraus entsteht die Ersparnis.
ohne Speicher | mit Speicher | |
Eigenverbrauchsquote | ca. 30 % | ca. 50 - 70 % |
Anteil Netzeinspeisung | ca. 70 % | ca. 30 - 50 % |
Passende Speicherlösung je nach Haushalt
EcoFlow bietet für diesen Anwendungsfall modulare Speicher aus der STREAM-Serie, die sich an Ertrag und Verbrauch ausrichten lassen, statt den Haushalt an ein starres System anzupassen. Zwei Modelle decken die häufigsten Ausgangslagen ab.
Wer erstmals eine PV-Anlage und einen Stromspeicher installieren möchte und einen hohen Energiebedarf hat, fährt mit dem STREAM 5000 gut. Mit rund 5.024 Wh Speicherkapazität nimmt das System überschüssigen Solarstrom auf und stellt ihn am Abend und in der Nacht wieder bereit. Es verarbeitet bis zu 5.000 W PV-Eingangsleistung und liefert bis zu 3.000 W Wechselstrom – genug für leistungshungrige Geräte wie Herd, Trockner oder Wasserkocher. Reicht die Kapazität später nicht mehr, etwa wegen eines E-Autos, lässt sich das System modular bis auf 90.000 Wh erweitern. Die Steuerung übernimmt die App automatisch, und ein Local Mode hält das System auch ohne Internet betriebsbereit.
Wer bereits über eine PV-Anlage verfügt, ist mit dem STREAM AC 5000 besser bedient. Dank des integrierten Wechselrichters speichert das Modell Strom über AC-Kopplung, lädt und liefert dabei jeweils bis zu 3.000 W und versorgt so die gängigen Haushaltsgeräte zuverlässig. Es eignet sich ideal zur Erweiterung bestehender Solarsysteme. Wie der STREAM 5000 ist es modular erweiterbar, läuft über die App automatisch und funktioniert auch offline.
Fazit: PV-Ertrag Tabelle als Planungsgrundlage
Die wichtigste Zahl bleibt der spezifische Ertrag von rund 850 bis 1.150 kWh pro kWp und Jahr, stark schwankend nach Monat und Region. Aus ihr leiten sich Anlagengröße, erwartete Stromproduktion und der Vergleich verschiedener Angebote ab.
Wer seinen Jahresverbrauch kennt und ihn mit diesen Richtwerten abgleicht, wählt die passende Anlagengröße und vermeidet die teure Über- oder die ärgerliche Unterdimensionierung. Den größeren Effekt auf die Stromrechnung hat am Ende aber nicht das letzte Prozent Ertrag, sondern der Eigenverbrauch. Bei den heutigen Strompreisen ist die Kombination aus passend ausgelegter Anlage und Speicher deshalb fast immer die wirtschaftlichere Wahl als die Anlage allein.
Einstrahlungs- und Ertragswerte sowie Strompreise schwanken jährlich und regional. Alle Angaben hier sind Richtwerte auf Basis von DWD- und PVGIS-Daten. Für standortgenaue Zahlen lohnt der Blick in einen Ertragsrechner oder die Globalstrahlungsdaten des Deutschen Wetterdienstes.
FAQ
Wie viel kWh erzeugt eine PV-Anlage pro kWp im Jahr?
Im langjährigen Mittel rund 850 bis 1.150 kWh pro kWp. Im Süden Deutschlands liegt der Wert eher bei 1.050 bis 1.160, im Norden bei 900 bis 970 kWh/kWp. Eine 10-kWp-Anlage kommt damit grob auf 9.000 bis 11.500 kWh im Jahr.
Wie berechne ich den PV-Ertrag meiner Anlage?
Mit der Faustformel: kWp mal spezifischer Ertrag (kWh/kWp) mal Ausrichtungsfaktor. Eine 8-kWp-Anlage in Mitteldeutschland mit Westausrichtung kommt so auf etwa 8 × 1.000 × 0,85 = rund 6.800 kWh. Für genaue Werte nutzt man einen Ertragsrechner.
Wie viel Ertrag bringt eine PV-Anlage im Winter?
Wenig. Der Dezember liefert oft nur rund ein Zehntel des Juni-Ertrags, etwa 15 kWh/kWp im Monat. An einem klaren Wintertag kommt eine 10-kWp-Anlage auf grob 5 bis 10 kWh, konzentriert auf wenige Stunden um die Mittagszeit.
In welchem Monat ist der PV-Ertrag am höchsten?
Meist im Juni, dicht gefolgt von Mai und Juli. In diesem Plateau erreicht eine Anlage rund 125 bis 135 kWh/kWp pro Monat. Rund 70 Prozent des Jahresertrags fallen zwischen April und September an.
Wie unterscheidet sich der PV-Ertrag nach Region in Deutschland?
Der Nord-Süd-Unterschied beträgt etwa 15 bis 20 Prozent, verursacht durch die höhere Globalstrahlung im Süden. Bei einer 10-kWp-Anlage können das rund 2.000 kWh pro Jahr zwischen einem Standort in Freiburg und einem in Hamburg sein.
Wie viel Eigenverbrauch ist mit einem Speicher möglich?
Ohne Speicher liegt die Eigenverbrauchsquote häufig bei rund 30 Prozent, mit einem passenden Speicher steigt sie im Schnitt auf 50 bis 70 Prozent. Modulare Systeme wie der EcoFlow STREAM 5000 oder STREAM AC 5000 lassen sich an Ertrag und Verbrauch anpassen.